Ob im eigenen Garten, vor dem Haus oder aber im Wald. Wer einen Baum fällen will, der braucht dafür nicht nur das nötige Werkzeug und unverzichtbare Schnittschutzausrüstung, sondern auch die richtige Fälltechnik, um den Baum sicher und effizient fällen zu können. Doch wie genau wird die richtige Fälltechnik festgelegt, welches Werkzeug braucht es letztlich wirklich und was sollte man aus rechtlicher Sicht beachten, wenn man einen Baum fällen möchte?

Die Planung – Der erste Schritt beim Fällen eines Baums!

Ganz gleich wann, warum und wo Sie einen Baum fällen möchten, einfach so die Kettensäge zur Hand nehmen und ans Werk zu gehen, ist der denkbar schlechteste Ansatz, um ihr Vorhaben umsetzen zu können. Denn die Planung ist der Erste und zugleich ein unverzichtbarer Schritt hin zum Fällen eines Baumes. Immerhin gilt es, so manches zu beachten Baum gefällt werden soll.

Utensilien und Werkzeuge – Das werden Sie für das Fällen des Baums benötigen!

Forstwerkzeuge

Um einen Baum fällen zu können, bedarf es einiger Werkzeuge und Hilfsmittel!
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Die wichtigste Grundlage für Holzfällarbeiten sind natürlich die dafür benötigten Werkzeuge und Utensilien. Denn ohne einer Kettensäge, einem Fällkeil oder aber weiterer unverzichtbarer Werkzeuge wird es schwerlich möglich sein, einen Baum zu fällen. Was also braucht es in jedem Fall und welche Werkzeuge können bei Bedarf gute Dienste leisten?

Die für das Fällen eines Baum s unverzichtbaren Werkzeuge sind die Grundausstattung eines jeden Forstwirten und somit auch für die privaten Fällarbeiten unverzichtbar. Neben den Klassikern unter den forstwirtschaftlichen Werkzeugen sollten sie mitunter folgende Werkzeuge für das Fällen des Baums bereithalten:

Mit diesen unverzichtbaren Werkzeugen für die Forstarbeit lassen sich grundsätzlich alle Arten von Bäumen, unabhängig von deren Größe fällen. Doch natürlich gibt es noch weitere Hilfsmittel, die beim Fällen gute Dienste leisten. Eine Handaxt zum Beispiel kann gute Dienste leisten, wenn es gilt, den Fällschnitt vorzubereiten. Zudem können Winden und Zugseile nötig sein, um einen Baum kontrolliert fallen zu lassen. Je nach Bedarf sollten sie aus diesem Grund neben den unverzichtbaren Werkzeugen folgende Werkzeuge und Utensilien bereithalten:

  • Eine Winde
  • Zugseile
  • Eine Handaxt
  • Einen Schlagheber

Abhängig von ihrem Bedarf gewählt, ermöglichen ihnen diese optionalen Hilfsmittel zum Fällen eines Baumes das sichere und professionelle Arbeiten am Baum und ermöglichen somit, die Fällung des Baums an sich. Doch fehlt da nicht noch etwas? Natürlich … die Ausstattung für das sichere Arbeiten.

Sicherheit und Arbeitsschutz – Auf diese Sicherheitsaspekte sollten Sie nicht vergessen!

Wie funktioniert Schnittschutz?

Der sogenannte Schnittschutz, soll das Verletzungsrisiko bei Holzschneidearbeiten reduzieren. Vergessen Sie sie also nicht!
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Die Sicherheit und damit verbunden, der Arbeitsschutz während des gesamten Fällprozesses sind Aspekte, die Sie nicht außer Acht lassen sollten und das bereits während der Vorbereitung. Immerhin birgt der Einsatz von Kettensärgen und Fällhebern ein ebenso großes Unfallrisiko, wie das Baum fällen an sich.

Entsprechend wichtig und unverzichtbar ist es, die nötigen Sicherheitsvorkehrungen zu ergreifen. Hierzu zählt natürlich primär der Schutz für den Kopf wie auch die Augen, sowie die sogenannte Schnittschutzausstattung, die das Unfallrisiko im Zuge der Benutzung einer Kettensäge nachweislich zu senken weiß. Doch auch die Absicherung der Arbeitsumgebung – die im Übrigen vom Gesetzgeber vorgeschrieben ist und somit als verpflichtend anzusehen ist – sollte nicht vergessen werden. Aus diesem Grund sollten Sie unbedingt die folgenden Dinge bereithalten:

  • Schnittschutzbekleidung für den Beinbereich (z.B. eine Schnittschutzhose)
  • Einen Kopf- und Gehörschutz (z.B. einen Forsthelm)
  • Optional einen Augenschutz
  • Warnschilder und Absperrvorrichtungen für die Arbeitsumgebung

Je nach Art und Umfang der Baumfällarbeiten kann es zudem nötig sein, weitere Sicherheitsvorkehrungen zu ergreifen und diese gegebenenfalls sogar mit den zuständigen Behörden abzustimmen. Es gilt daher bereits im Vorfeld der eigentlichen Arbeiten zu überprüfen, ob es gegebenenfalls vorab noch bürokratische Hürden zu nehmen gibt, bevor der Baum endlich wie gewünscht oder gefordert gefällt werden kann.

Stolperfalle Bürokratie – Wann benötigt man eine Genehmigung zum Fällen eines Baums?

EU-Richtlinie

Fällarbeiten erfordern gelegentlich Genehmigungen … informieren sie sich vor der Arbeit!
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Doch wann genau muss man eigentlich das Fällen eines Baumes vorab mit der zuständigen Gemeinde abklären und gegebenenfalls sogar noch eine Genehmigung für das Fällen des Baums einholen? Nun diese Antwort kann leider nicht pauschal beantwortet werden. Denn für forstwirtschaftliche Arbeiten gelten grundsätzlich immer länder- beziehungsweise bundeslandabhängig Vorschriften und Verordnungen. Jedoch kann gesagt werden, dass Genehmigungen immer dann nötig werden wenn:

  • Die Fällung im öffentlichen Raum erfolgt.
  • Der Baum auf öffentlichem Grund und Boden steht.
  • Für die Fällarbeiten Straßen, Wege oder öffentlich zugängliche Flächen weitreichend abgesichert werden müssen.

Wer einen Baum direkt an einer Straße oder aber an öffentlich zugänglichen Wegen fällen möchte, der muss zumeist vorab mit den zuständigen Behörden Rücksprache halten und sich nicht selten die Fällung des Baums vorab genehmigen lassen. Zudem sollte man bedenken, dass es durchaus nötig sein kann, einen gefällten Baum zeitnah neu zu pflanzen, da dies gegeben falls von der zuständigen Gemeinde für die Erhaltung des Stadtbildes gefordert wird. Kommt man dieser Pflicht nicht nach, kann es passieren, dass die Gemeinde den gefällten Baum nachforstet und hierfür eine Rechnung ins Haus flattert. Achten Sie daher unbedingt bei Fällarbeiten im öffentlichen Raum auf bürokratische Hürden ums ich unnötig hohe Kosten und Probleme mit der Gemeinde oder gar dem Land zu ersparen!

Absicherung und Vorbereitung – Jetzt geht’s ans Eingemachte!

Baumsteigen

Gelegentlich ist es nötig einen Baumeingehend zu überprüfen, bevor er gefällt werden kann!
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Ist die Planung der Fällarbeit abgeschlossen und liegen – wenn benötigt – auch alle behördlichen Genehmigungen vor, kann es endlich losgehen. Der Baum kann gefällt werden …. Doch nein, ganz so schnell geht es dann auch wieder nicht. Immerhin gilt es vor dem Einsatz der Kettensäge einige wichtige Vorbereitungen direkt am Baum zu treffen, um letztlich weder die Umgebung zu schädigen noch Forstarbeiter und möglicherweise vorbeikommender Passanten.

Einschätzung des Baums und der Fallrichtung

Der erste Arbeitsschritt im Zuge des Baum Fällens ist somit nicht der Start der Kettensäge, sondern vielmehr die Festlegung und Einschätzung der Baumhöhe, der sogenannten Fällrichtung wie auch des Baums an sich. Diese drei Werte sind wichtig, für das sichere und effiziente Arbeiten.

Die Einschätzung des Baums lässt sich grundsätzlich mit einer oberflächlichen Besicherung leicht bewerkstelligen. Gehen Sie hierfür einfach um den Baum herum und betrachten sie die Struktur des Baums. Sind Rinde und Äste gesund oder sind Schäden am Baum (zum Beispiel durch Schädlingsbefall) erkennbar? Gibt es Äste, die sehr weit abstehen oder aber sehr dick gewachsen sind und dadurch beim Fällen ein Problem darstellen könnten? Übrigens sehr große Äste, sollten unbedingt vor dem Fällen abgenommen werden, um unnötige Unfallgefahren zu minimieren! Sind offensichtlich Schädlinge am Baum zu Werke gewesen, sollte der Baum von professioneller Hand gefällt werden, da auch hier enorme Unfallrisiken beim Fällen des Baums auftreten können!

Unser Tipp – so testen sie die Qualität!
Lassen Sie sich beim Fällen ihres ersten Baumes nicht aus der Ruhe bringen. Denn in der Ruhe liegt die Kraft und das allem voran bei Forstarbeiten. Nehmen Sie sich ruhig einigen Minuten Zeit und prüfen sie die Substanz des Baums gegebenenfalls mit einigen Schlägen eines Hammers oder einer Axt. So erkennen sie auch ohne Profikenntisse ob ein Baum gesu8nd und stark ist, oder aber in seiner Struktur geschwächt und somit womöglich im schlimmsten Fall porös ist!

Ist der Baum an sich in einem guten Zustand, gilt es zu ermitteln, welche Größe er hat. Hierfür benötigten sie einen guten alten Zollstock, den sie senkrecht in Richtung Baum halten. Bewegen Sie sich nun Schritt für Schritt vom Baum weg, bis der Baum optisch die gleiche Größe wie der Zollstock hat. Nun bemessen sie den Abstand zwischen sich und dem Baum und erhalten dadurch die exakte Größe des Baums in Meter!

Sobald sie die Größe des Baums wissen, können sie sich an die Einschätzung der Fällrichtung und der Absicherung der Fällzone machen. Bedenken sie für die Fällrichtung, dass der Baum ausreichend Platz zum Fallen und liegen benötigt und das Wuchsrichtung die Fällrichtung ebenso beeinflussen, wie Wind und geografische Besonderheiten wie zum Beispiel abhänge. Legen sie die Fällrichtung im besten Fall so fest, dass der Baum im Fall weder umstehende Bäume, noch Gebäude oder aber Wege und Zufahren beschädigen würde.

Absicherung der Umgebung

Ist die Fällrichtung festgelegt, gilt es die sogenannte Fällzone abzusichern und somit Unfälle und schwere Verletzungen durch entsprechende Warnhinweise und Absicherungsmaßnahmen zu vermeiden. Die sogenannte Fällzone errechnet sich im Übrigen aus der Höhe des Baumstammes inklusive der Baumkrone, sowie der maximalen Breite und einer zwanzigprozentigen Toleranz, die den beiden Maximalwerten aufgerechnet wird. Diese Fläche gilt es, nun also abzusichern.

Hierfür können je nach Ort und geografischer Begebenheit diverse Mittel genutzt werden. Im Wald oder auf landwirtschaftlich genutzten Flächen, bietet es sich an, die Weg die zur Fällstelle führen mit einem Warnschild und gegebenenfalls mit einer Absperrvorrichtung abzusichern und somit auf die Fällarbeiten hinzuweisen. Im privaten Bereich (außerhalb des öffentlichen Raums) reicht es zumeist aus, den anwesenden Familienangehörigen ihren Platz zu weisen und diese somit aus der Fallzone fern zu halten. Bei Arbeiten im öffentlichen Verkehr hingegen ist eine Absperrung auf Fahrbahnen wie auch Gehsteigen unverzichtbar und kann es zudem nötig sein, die Polizei zur Regelung des Verkehrsaufkommens hinzuziehen.

Säuberung und zurückschneiden – die finale Vorbereitung

Nun, da alle nötigen Vorkehrungen für die Sicherheit wie auch den perfekten Fall des Baums gewährleistet sind, kann es dann auch endlich losgehen. Denn jetzt wird die Umgebung – wenn nötig – gesäubert. Wenn Büsche und kleine Bäume in der Fallzone zu finden sind, müssen diese nun zurückgeschnitten oder aber zur Gänze ausgeschnitten werden, um einen perfekten und vor allem Schadfreien Fall zu gewährleisten.

Unser Tipp für das Säubern und Ausschneiden!
Vergessen sie nicht die kleinen Äste und Verwachsungen am Baum direkt, denn wenn diese direkt im Vorfeld beseitigt werden, muss beim Setzen des Fällkeils nicht erneut gesäubert werden! Schneiden sie also nicht nur Büsche und kleine Bäume aus, sondern entfernen sie direkt auch gleich die kleinen Äste und Triebe am Baumstamm um punktgenau und ohne störende kleine Äste den Baum fällen zu können!

Baum fällt! Von der Fälltechnik bis zum fertig gefällten Baum

Werkzeug Forstbedarf

Motorsägen und Äxte zählen zu den unverzichtbaren Werkzeugen für Forstwirte.
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Endlich ist es so weit, alle Vorbereitungen sind getroffen, die benötigten Werkzeuge liegen bereit und auch der Baumstamm ist bereits von kleinen Ästen und Pflanzen befreit. Nun kann der Baum endlich fallen oder vielmehr zu Fall gebracht werden und das geht ganz einfach!

Fälltechnik festlegen

Der erste Schritt zum Fällen eines Baumes ist die Wahl der sogenannten Fälltechnik. Je nach Höhe, Holzart und Dicke des Baumstamms können hier verschiedenste Techniken angewandt werden. Doch allem voran in Europa und Amerika gelten der sogenannte Fällschnitt wie auch die sogenannte Fällkerbe als am häufigsten genutzte Fälltechnik für das Fällen von nahezu allen Baumarten.

Unser Rat - Fälltechnik immer anhand des Baums wählen!
Der eine bevorzugt den Keilschnitt, der andere den Fällschnitt. Doch welche Fälltechnik sie auch immer bevorzugen mögen, bedenken sie … die Fälltechnik sollte immer an den Baum angepasst gewählt werden. So vermeiden sie unnötige Schäden an der Struktur des Baumstammes oder aber – im schlimmsten Falle – unnötige Unfälle und Risiken!

Fallkerben und Fällschnitt setzen

In Österreich wie auch Deutschland und der Schweiz gilt die sogenannte Fallkerbe oder der Fällkerbenschnitt als die bevorzugte Schnitttechnik für das Fällen von Bäumen. Grund hierfür sind die vielseitigen Vorteile dieser Fälltechnik, die nicht nur qualitativ zu überzeugen weiß, sondern auch diverse Risiken nachweislich zu reduzieren weiß. Um einen Baum mittels Fallkerb zu fällen, gehen sie wie folgt vor:

Zunächst einmal wird die sogenannte Fällsohle mit der Motorsäge in Form eines waagrechten geraden Schnittes gesetzt. Übrigens! Abhängig von Baumart und Stammstärke sollte die Sohle cirka ein Fünftel bis ein Drittel der gesamten Stammstärke ausmachen. Ist die Sohle fertig geschnitten, wird die Kettensäge mit einem Winkel von 45 Grad (beim sogenannten Herzschnitt 60 Grad) über der Sohle angesetzt um das schräge Fällkerbdach zu schneiden. Das so erzeugte Holzstück kann nun per Hand oder aber Forstaxt aus dem Baum entnommen werden, um dann den Baum kontrolliert zu Fall zu bringen.

Was tun wenn der Baum nicht fallen will?
Übrigens wenn der Baum nicht von sich aus in die gewünschte Fallrichtung kippt, oder aber sich gar nicht bewegt sollten entweder ein sogenannte Fällheber oder aber Seilzüge zum Fällen genutzt werden. Gehen sie nicht direkt an den Baum und drücken sie gegen dieses! Dies ist viel zu gefährlich und birgt enorme Unfallrisiken!

Die abschließende Verarbeitung

Zunächst einmal wird die sogenannte Fällsohle mit der Motorsäge in Form eines waagrechten geraden Schnittes gesetzt. Übrigens! Abhängig von Baumart und Stammstärke sollte die Sohle circa ein Fünftel, bis ein Drittel der gesamten Stammstärke ausmachen. Ist die Sohle fertig geschnitten, wird die Kettensäge mit einem Winkel von 45 Grad (beim sogenannten Herzschnitt 60 Grad) über der Sohle angesetzt um das schräge Fällkerbdach zu schneiden. Das so erzeugte Holzstück kann nun per Hand oder aber Forstaxt aus dem Baum entnommen werden, um dann den Baum kontrolliert zu Fall zu bringen.

Fazit – Einen Baum zu fällen, ist mit der richtigen Methode und dem passenden Werkzeug absolut keine Wissenschaft für sich!

Beste Schnittschutzstiefel

Gewusst wie … Baum fällen ist gar nicht so schwer, wie es aussieht!
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Ob es nun der Baum im eigenen Garten, die Fällung im Wald oder aber die Säuberung von landwirtschaftlichen Flächen von störenden Bäumen ist. Einen Baum zu fällen, das ist nicht schwer … zumindest wenn man weiß welche Fälltechnik und welche Werkzeuge nötig sind, um den Baum gezielt, sicher und unfallfrei zu fällen.

Doch denken sie immer daran, beim Einsatz von schweren Werkzeugen und bei großen Bäumen ist Vorsicht immer geboten. Denn Wind, geografische Gegebenheiten und natürlich auch so manche Unachtsamkeit können sehr schnell zu fatalen Unfällen führen. Achten Sie also beim Fällen eines Baums immer auf ihre Sicherheit, die Sicherheit aller Personen im Umfeld und auf Gebäude und die Natur um unnötige Verletzungen und Schäden vermeiden zu können!

Baum fällen – So können auch Sie mit der richtigen Fälltechnik sicher einen Baum fällen!
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