Wofür werden Drohnen in der Landwirtschaft gebraucht?

Drohnen werden in der Landwirtschaft nicht als Spielzeug, sondern als professionelles Werkzeug eingesetzt. Die agrar drohne ist sinnvoll für Landwirte, denn aus der Vogelperspektive lassen sich die Dinge viel besser erkennen. Mittlerweile besitzt fast jeder zehnte Landwirt eine Drohne. Damit ist die Landwirtschaft die Branche, in der Drohnen am meisten zum Einsatz kommt.
Drohnen werden dabei beispielsweise zur Rettung von Rehkitzen, die sich in Mähwiesen niederlegen, eingesetzt. Da die Rehkitze sich beim Anrücken des großen Mähdreschers ducken und sich im Gras verstecken hat der Landwirt keine Chance das Kitz beim Mähen zu entdecken. Drohnen können Rehkitze aus der Luft entdecken, woraufhin die Kitze vor dem Mähen von der Wiese entfernt werden können.

„Jedes Jahr kommen in Deutschland etwa 100.000 Rehkitze ums Leben.“

Als „Hightech-Augen“ können Drohnen mit GPS-Funktion, die Pflanzenabstände aus der Luft überwachen. An den Drohnen werden hochmoderne Kameras, die spezielle Farbfilter haben, montiert, mit der der Landwirt seine Felder überfliegt und Daten sammelt. Die Daten geben dem Landwirt beispielsweise Rückschlüsse darauf, ob seine Pflanzen zu wenig gedüngt wurden oder mehr Wasser benötigen. Auch lässt sich mit solchen Daten erkennen, wann das Getreide reif ist. Nachdem der Acker von der Drohne erfasst wurde, werden die erhobenen Daten auf dem PC in digitale Karten umgewandelt. Anhand dieser Karten kann der Landwirt nun exakt behandeln. Es werden also nur die Pflanzen in der Menge gewässert, gedüngt oder mit Pflanzenschutzmittel behandelt, die es tatsächlich auch benötigen. Das spart Zeit und Ressourcen.
Ein weiterer wichtiger Einsatzort der Drohne ist die Schädlingsbekämpfung, denn Pflanzenkrankheiten und Schädlinge reduzieren die Erträge und die Qualität der Ernte erheblich. Mit Drohnen werden beispielsweise Maisfelder überflogen und dann Kapseln abgeworfen, die die Eier der Trichogramma-Schlupfwespe beinhalten. Diese Wespen bekämpfen dann den Hauptschädling des Maises, den Maiszündler, der den Mais besetzt und angreift. Früher wurden diese Schlupfwespen per Hand ausgebracht, mit der Drohne kann die Schädlingsbekämpfung in einem Fünftel der Zeit erfolgen.

Aber auch flüssiges Pflanzenschutzmittel kann mithilfe einer Drohne versprüht werden. Die Drohne kann dabei bis zu 16 Liter Pflanzenschutzmittel transportieren. Der Vorteil zu schweren Maschinen, wie Traktoren, ist, dass die Drohne auch auf unwegsamen Geländen problemlos eingesetzt werden kann. In Japan verwendet man diese Art des Pflanzenschutzes, mithilfe einer sprühdrohne, bereits im Reisanbau. In Deutschlang und Österreich hingegen ist die Verteilung von Pflanzenschutzmitteln mithilfe einer Drohne bislang noch nicht gestattet.

Auch muss bei Einsatz einer Drohne, weniger mit Traktoren oder anderen schweren Geräten gefahren werden. Der Verbrauch von Treibstoff und die Emission von Abgasen verringert sich dadurch erheblich. Damit ist der Einsatz von Drohnen nachhaltig und folglich gut für die Umwelt. Aber auch die Böden müssen nicht mehr mit schwerem Gerät befahren werden und verdichten damit nicht so stark. Das wiederum ist gut für das Leben im Boden und infolge für den Pflanzenwachstum.

Landwirtschaftliche Förderung für die Anschaffung einer Drohne

Der Bund fördert die Anschaffung von Drohnen, die zur Rettung von Rehkitzen eingesetzt werden sollen. Die Förderung gilt für regionale und lokale eingetragen Vereine, die nach Satzung die Pflege und die Förderung des Tier-, Natur und Landschaftsschutzes vereinbart haben. Dazu gehört auch die Verhinderung des Mähtodes von Rehkitzen. Der Drohneneinsatz für die Rehkitzrettung darf dabei allerdings nicht in wirtschaftlicher Tätigkeit durchgeführt werden. Pro Verein können maximal zwei Drohnen gefördert werden. Es sind nur Drohnen förderungsfähig, die eine Echtbildkamera mit integrierter oder kompatibler Wärmebildkamera, eine Mindestflugzeit von 20 Minuten und eine Home-Return-Funktion haben. Die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) bezuschusst pro Drohne maximal 4000 Euro, bzw. maximal 60 Prozent der zuwendungsfähigen Ausgaben.

Neue Drohnenverordnung: Was Landwirte beachten müssen

Seit dem 01.01.21 gilt die neue Drohnenverordnung auf Europäischer Ebene (2019/947 und 2020/746). Landwirte müssen damit einige Dinge beachten. Für alle Drohnen gilt eine Versicherungspflicht, die mit Kauf der Drohne abgeschlossen werden muss. Weiter werden Drohnen in fünf Risikoklassen unterteilt: C0, C1, C3 und C4. Die Drohnen werden aufgrund ihres Gewichts, der Bauform, der Bewegungsenergie und ihrer Sicherheitsfunktionen, in die verschiedenen Kategorien eingeteilt. Die Hersteller sind verpflichtet, ihre Drohnen hinsichtlich der Abgrenzungskriterien und der damit einhergehenden Kategorie, zu kennzeichnen. Abhängig davon sollte man als Landwirt genau überlegen für welchen Zweck die Drohne angeschafft und wo sie letztlich eingesetzt werden soll.

In jeder Kategorie gibt es verschiedene Auflagen, die vom Drohnenbesitzer erfüllt werden müssen. So muss der Pilot, ab der Kategorie C1, einen EU-Kompetenznachweis erbringen. Bedeutet, er muss einen Online-Test mit abschließender Prüfung absolvieren. Der Pilot braucht also einen kleinen Drohnen-Führerschein. Wird eine Drohne in den Kategorien C3 und C4 geflogen, die mitunter ein Startgewicht von 25 Kilogramm haben, so darf nur an Orten geflogen werden, an denen sich keine Menschen aufhalten.

Zudem wird es verschiedene Anwendungsszenarien geben. Das Anwendungsszenario „Open“ soll beispielsweise für Drohnen gelten, die im alltäglichen Leben unter geringem Risiko eingesetzt werden. Die Drohne darf hier nur 120 Meter über dem Boden und regelmäßig nur in Sichtweite geflogen werden. Die Kategorie „Open“ ist in drei weitere Unterkategorien unterteilt, die vorgeben, inwiefern die Drohne in der Nähe von Menschen eingesetzt werden darf.

Drohne kaufen: Mit welchen Kosten ist zu rechnen?

Die Kosten einer Drohne sind abhängig vom Einsatzort und Anwendungsgebiet, die für die Ausstattung einer Drohne verantwortlich sind. Soll eine Drohne nur zur Überwachung eingesetzt werden, findet man qualitativ gute Drohnen bereits im unteren 4-stelligen Bereich. Je nach Einsatzort, variieren die Preise allerdings stark. Die bekanntesten Hersteller sind:

  • Aermatica 3D srl
  • Agri-copter c/o DIALOGIS UG
  • Alpha unmanned Systems
  • HoneyComb Corporation
  • INSTACROPS
  • MULTIROTOR
  • senseFly
  • WINTERSTEIGER AG

Zudem gibt es auch individualisierte „Hightech-Drohnen“, wie die Phantom 4 Multispectral. Die Drohne wird vom chinesischen Unternehmen DJI hergestellt, welches auch bereits eine Sprühdrohne im Sortiment hat.

„Achtung: Der Einsatz von Sprühdrohnen ist in Deutschland nicht gestattet!.“

In der Phantom 4 Multispectral Drohne sind mehrere Hightech-Sensoren verbaut, die beispielsweise das Sonnenlicht kompensieren können. Eine solche Drohne kostet dann bereits ab 6.000 Euro aufwärts.

Fazit

Der Einsatz von Drohnen in der Landwirtschaft, macht landwirtschaftliche Tätigkeit nachhaltiger und effizienter. Durch eine exakte und bedarfsgerechte Dosierung von Pflanzenschutzmitteln, gelangen weniger schädliche Substanzen in die Umwelt.

Die Anwendungsgebiete solcher Drohnen sind sehr vielseitig: Die Drohne kann zur Rettung von Rehkitzen, zur Schädlingsbekämpfung oder zur besseren Dosierung von Wasser und Pflanzenschutzmittel eingesetzt werden. Das spart Ressourcen und Arbeitskraft.

Wird die Drohne für die Rehkitzrettung angeschafft, bezuschusst der Bund den Kauf einer solchen Drohne mit bis zu 4000 Euro. Die neue Drohnenverordnung gibt allerdings Regularien vor, auf welche Art und Weise eine Drohne eingesetzt werden darf. Anhand bestimmter Merkmale werden die Drohnen in Kategorien unterteilt und vom Hersteller mit dieser Kategorie bezeichnet. Darüber hinaus benötigt der Besitzer einer jeden Drohne, eine Haftpflichtversicherung.

Auf dem Markt gibt es verschiedene Anbieter für verschiedene Anwendungsbereiche. Gute Drohnen für den Einsatz in der Landwirtschaft bekommt man bereits im unteren 4-stelligen Bereich. Je nach geplantem Einsatzort, kann eine agrar drohne auch bis zu 6000 Euro kosten.