Um ein Fahrzeug gleich welcher Art in Österreich zulassen zu können, bedarf es wichtiger Voraussetzungen. Eine dieser Voraussetzung für die Zulassung eines Fahrzeuges ist der sogenannte Abgastest oder auch die Überprüfung auf Einhaltung der Emissionsgrenzwerte. Erst wenn diese eingehalten werden und nur wenn diese dauerhaft eingehalten werden, ist eine Verkehrszulassung und somit die Nutzung im allgemeinen Straßenverkehr für das Fahrzeug möglich.


Die Funktionsweise eines Abgastesters

Nicht erst seit dem VW-Skandal 2015 ist der Emissionsgrenzwert von Fahrzeugen ein wichtiger Aspekt der allgemeinen Fahrtauglichkeit von Kraftfahrzeugen. Gemäß dem §57a Überprüfung (auch Pickerl genannt) muss jedes Fahrzeug für die Typisierung und somit Zulassung für den Straßenverkehr fest vorgegebene Abgasemissionen einhalten.

Ein Abgastest:

  • Misst die Dichte von CO, CO2, HC, O2 und NO im Abgas des Fahrzeuges
  • Leitet das Verbrennungsluftverhältnis der Gemischzusammensetzung ab.
  • Ermittelt wie weit das Verbrennungsluftverhältnis vom Grenzwert 1 entfernt ist.

Die Überprüfung dieser Emissionsgrenzwerte erfolgt bei Neuwagen in der Regel bereits im Werk des Herstellers und muss nicht mehr eigens vorgenommen werden. Doch bei gebrauchten Fahrzeugen oder Fahrzeugen die bereits einige Zeit im Straßenverkehr unterwegs sind ist eine regelmäßige Kontrolle der Grenzwerte natürlich dennoch nötig und somit wird im Zuge der regelmäßig erforderlichen Abnahme des Fahrzeuges (Pickerl) auch der Abgastest durchgeführt. Dieser ist in Werkstätten an sich relativ einfach vorzunehmen.

Ablauf des Abgastestes im Zuge der Fahrzeugüberprüfung gemäß §57a

Das Fahrzeug wird auf einen Rollstand gestellt und der sogenannte NEDC (New European Driving Cycle) abgefahren. Hierbei werden mithilfe einer Sonde die Abgaswerte gemessen und mit dem für den Typ des Fahrzeugs üblichen Werten verglichen. Entspricht der gemessene Wert der Norm und somit der gesetzlichen Grenzwerte, so ist der Abgastest bestanden. Übersteigen die gemessenen Werte jedoch die gesetzlich vorgeschriebenen Grenzwerte, so ist die Erteilung einer Zulassung zum Straßenverkehr nicht möglich.

Der Abgastest während der „Pickerl-Prüfung“ ermittelt:

  • Ob die Abgasemissionen des Fahrzeuges der typenentsprechenden Norm entsprechen.
  • Ob Abgasemissionen den in Österreich geleitenden Grenzwerten entsprechen.
  • Womöglich ein Defekt vorliegt und die Abgasemissionen somit zu hoch sind.

Bedenkt man die durchaus unschönen Konsequenzen einer Zulassungsentziehung ist es durchaus verständlich, warum gerade Besitzer von älteren Fahrzeugen den Abgastest gerne vorab schon einmal durchführen möchten, um so abschätzen zu können, ob eine aufwändige Reparatur womöglich nötig sein könnte um das Pickerl auch für ein weiteres Jahr zu erhalten.

Der Abgastester für Oldtimer, Motorräder oder Kraftfahrzeuge

Aus eben diesem Grunde gibt es im Fachhandel (zum Beispiel für den Kfz-Bedarf) kompakte Abgastester, die für Oldtimer, Motorräder oder allgemein für Kraftfahrzeuge zur Ermittlung der Abgasemissionen genutzt werden können. Einfach in der Anwendung und grundsätzlich sehr gut verständlich im Prüfergebnis bieten diese Abgastester für den Eigengebrauch einen guten ersten Richtwert.

Ein Abgastest für den Eigengebraucht bietet:

  • Die Möglichkeit die allgemeinen Abgaswerte eigenständig zu messen.
  • Eine erste allgemeine Diagnose der Abgasemissionen und möglicher Schäden am Kfz.
  • Jedoch keine exakte Auswertung der Abgasemissionen (fehlender Funktionsumfang bei vielen Geräten)

Jedoch sollte man nicht vergessen, dass Abgastester für den Eigengebrauch weder genormt sind, noch umfassende Prüfergebnisse ausgeben. Eine detaillierte Auswertung aller relevanten Faktoren und deren exakter Bemessung ist in der Regel nur in geeichten Prüfstellen (zum Beispiel zugelassene Werkstätten) möglich.

Dennoch bieten derartige Abgastestgeräte eine sinnvolle Möglichkeit einen ersten allgemeinen Check der Abgaswerte vorzunehmen. Denn grundsätzlich kann gesagt werden, dass Ergebnisse, die über der zulässigen Grenze liegen, in jedem Fall zu einem negativen Prüfergebnis am geeichten Prüfgerät führen werden. Eine Reparatur beziehungsweise gründliche Ursachensuche ist somit in jedem Fall gegeben und kann sich der Fahrzeugbesitzer entsprechend auf diese anfallenden Kosten vorbereiten.

Gebraucht oder neu – wo sollte man Einen für den Eigengebraucht kaufen?

Es ist also durchaus sinnvoll, mithilfe eines Abgastesters bereits im Vorfeld eine erste allgemeine Diagnose der Abgasemissionen vorzunehmen. Doch wo und wie sollte man ein solches Gerät kaufen? Im Fachhandel findet man einfache und kompakte Geräte bereits ab rund 70,00 Euro, wobei natürlich die Preisgrenze nach oben hin scheinbar offen ist. Doch nicht immer muss es ein neuwertiger Abgastester sein.

Abgastester gibt es:

  • Neuwertig im Fachhandel (zum Beispiel Baumärkte, Autozubehörläden etc.)
  • Gebraucht im entsprechenden Fachhandel oder Internet

Wichtig bei der Anschaffung ist nicht allein der Artikelzustand, sondern vielmehr das Einsatzgebiet des Abgastesters. Es gibt für Motorräder, Nutzfahrzeuge, Oldtimer oder Autos unterschiedliche Modelle und so sollte man bei der Anschaffung darauf achten, das richtige gerät zu kaufen. Hat man das richtige Modell gefunden ist die Anschaffung eines gebrauchten Abgastesters zum Beispiel über eine Auktionsbörse im Internet durchaus von Vorteil, dann hierbei eine Preisersparnis von bis zu 75 Prozent möglich ist.

Mehr Infos:

Abgastester im Test – Abgastest bei KFZ & Motorrad
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