Ein hoher Mechanisierungsgrad und die vielseitigen Anforderungen moderner Landwirtschaften erfordern entsprechende Lagerräumlichkeiten und Gerätehallen. Zum Schutz der Gerätschaften und um deren Funktionalität bestmöglich zu erhalten, sind es diverse Hallen, die erbaut werden müssen. Für den Einsatz von Bioenergie braucht es entsprechende Anlagen und Saatgut, Futtermittel und Co wollen ebenso korrekt in der Lagerhalle gelagert werden.  So wird der Bau von landwirtschaftlichen Hallen unverzichtbar.

Verschiedene Hallentypen
LagerhalleMaschinenhalleAgrarindustriehalleRundbogen Allzweckhalle
GetreidelagerBioenergieanlagePhotovoltaikanlage

 

Notwendigkeit und Besonderheiten landwirtschaftlicher Gebäude

Lagerung, Aufbewahrung, Reparatur. Landwirte stehen in ihrem beruflichen Alltag vor zahlreichen Aufgaben und die Zeit ist immer denkbar knapp. Lange Wege um Saatgut aufzunehmen, Gerätschaften einzustellen oder nötige Reparaturen durchzuführen sind unwirtschaftlich und entsprechend unerwünscht. Die Lösung sind nicht selten moderne und optimale geplante landwirtschaftliche Gebäude, die allen wichtigen Standards entsprechen und so den Alltag auf Feldern und dem Hof erleichtern.

Doch die eine Lagerhalle oder das eine Wirtschaftsgebäude reichen längst nicht mehr. In Zeiten steigender Mechanisierung und eng gesteckter Zeitpläne, braucht es in der Regel für jeden Aspekt der landwirtschaftlichen Arbeit passende Wirtschaftsgebäude an den richtigen Stellen.

Bilder folgen in Kürze

Grundsätzliche Voraussetzungen für den Bau landwirtschaftlicher Hallen

Der Bau landwirtschaftlicher Hallen ist von vielen wichtigen Aspekten beeinflusst, die bereits im Vorfeld der Bauarbeiten eingehend ermittelt und beachtet werden sollten. Zu den wohl mit Abstand wichtigsten Voraussetzungen für den Bau einer landwirtschaftlich genutzten Halle zählen neben der Bestimmung des passenden Standortes natürlich auch die gesamte Bauplanung, die Einholung der Baugenehmigung und Berücksichtigung gebäudespezifische Besonderheiten.

Grundsätzlich beginnt der Bau einer landwirtschaftlichen Halle jedoch mit dem Bedarf an mehr Platz oder modernen Möglichkeiten der Landwirtschaft. Ist der Bedarf gegeben, gilt es zunächst den passenden Standort zu ermitteln. Je nach Gebäudeart und Gebäudenutzung kann dieser unterschiedlich ausfallen. Lagerungsmöglichkeiten für Saatgut, Erzeugnisse oder aber Maschinen sollten leicht zugänglich und nach Möglichkeit mit kurzen Anfahrtsstrecken erreichbar sein. Zudem erfordern gewisse Gebäudearten besondere Voraussetzungen an Untergrund, Aufbau und Gebäudeplanung.

Die erste Maßnahme im Zuge einer Bauplanung ist somit die Standortbestimmung, die maßgeblichen Einfluss auf den Kostenaufwand für das gesamte Bauprojekt nimmt. Denn es geht nicht nur um den eigentlichen Standort und dem benötigten Flächenbedarf, sondern auch um wichtige Aspekte wie der Erschließung des entsprechenden Grundstückes, die Umsetzbarkeit des Bauvorhabens sowie die Wirtschaftlichkeit des Standortes im späteren Alltag. Somit gilt es bereits in der ersten Planungsphase, folgende Aspekte zu klären:

  • Welcher Standort ist für das Bauvorhaben geeignet?
  • Welche Versorgungsgrundlagen (Strom, Wasser, Abwasser etc.) sind nötig?
  • Ist die Erschließung des gewählten Standortes technisch und rechtlich möglich?
  • Bedarf der Standort neue Zufahrtswege / Zugänge und wenn ja sind diese überhaupt möglich?

Aufgrund der für jedes Bundesland unterschiedlichen Regelungen hinsichtlich der Nutzung von Grundstücken gilt es bereits in dieser ersten Planungsphase, die rechtlichen Möglichkeiten grundlegend abzuklären. Denn nur so lassen sich Fehler in der weiteren Bauplanung vermeiden und Kosten gezielt einsparen.

Flächenbedarf & Ermittlung der nötigen Planungsdaten

Wurden alle allgemeinen Fragen grundsätzlich abgeklärt, gilt es den eigentlichen Flächenbedarf sowie die nötigen Planungsdaten zu ermitteln. Ein Fehler, der vielen Landwirten in dieser Planungsphase unterläuft, ist die nicht Beachtung nötiger Freiflächen um das landwirtschaftliche Gebäude herum. Eine Maschinenhalle, zum Beispiel, benötigt nicht nur die eigentliche Bebauungsfläche, auf der letztlich die Maschinenhalle stehen wird, sondern auch ein frei zugängliches Umfeld ohne baulicher Hindernisse, die eine uneingeschränkte zu und einfahrt verhindern würden.

Zudem sind Bauart und die Ausrichtung der Gebäude im Zuge der Flächenbedarfsanalyse entscheidende Faktoren. Wie sollte das Gebäude bestmöglich platziert werden? Welche baulichen Maßnahmen müssen getroffen werden, um das Gebäude bei jeder Witterung uneingeschränkt nutzen zu können? Diese und viele weitere Aspekte müssen im Zuge der Bauplanung Beachtung finden und gut überlegt werden, soll das neue landwirtschaftliche Gebäude doch uneingeschränkt nutzbar sein und den landwirtschaftlichen Alltag erleichtern und nicht erschweren.

Grundsätzlich sollten im Zuge der Planungsphase sowie deren Vorbereitung berücksichtig werden:

  • Welche Art von landwirtschaftlichem Gebäude soll errichtet werden?
  • Wie soll das Gebäude ausgerichtet werden?
  • Wie soll der Zugang zum Gebäude ermöglicht werden?
  • Welche baulichen Besonderheiten (Türen, Zugänge, Fenster etc.) sollen integriert werden?
  • Benötigt man aufgrund des Standortes besondere Baumaßnahmen (Wandverkleidung, stabile Stützbalken etc.)?
  • Welche baurechtlichen Vorgaben müssen erfüllt werden?
  • Welche sicherheitsrelevanten rechtlichen Vorgaben müssen erfüllt werden?
  • Welche Vorgaben hinsichtlich der späteren Nutzung müssen erfüllbar sein?
  • Muss der Bau zuvor von der entsprechenden Behörde genehmigt werden?
  • Darf der Bau in Eigenregie erfolgen?

Allem voran aufgrund der rechtlichen Reglementierung im Baurecht ist es unverzichtbar, eine landwirtschaftliche Halle in Kooperation mit Architekten und erfahrenen Baufirmen zu bauen. Denn nur wenn der gesamte Planungs- und Bauprozess der landwirtschaftlichen Gebäude professionell und unter Einhaltung sämtlicher Richtlinien und rechtlichen Vorgaben erfolgt, wir das Projekt „Landwirtschaftliche Halle bauen“ von Erfolg gekrönt sein.

Rechtliche Vorgaben und Baugenehmigungen

Es braucht also einen Architekten für die Bauplanung und das nicht nur um unnötige Kosten einzusparen. Nein auch die rechtlichen Vorgaben wollen erfüllt sein und allem voran im Baurecht gibt es so manche Vorgabe der Bauvorhaben, die nur mit professioneller Hilfe umsetzbar sind.

Grundsätzlich gilt es bezogen auf die rechtlichen Vorgaben und nötigen Baugenehmigungen in Österreich leider keine einheitliche Handhabung. Jedes Bundesland für sich regelt Aspekte des Baurechtes wie auch der landwirtschaftlichen Nutzung von Grundstücken individuell und nicht selten unterschiedlich. Aus diesem Grund ist es uns leider nicht möglich, grundlegende rechtliche Vorgaben oder Angaben zum Thema Baugenehmigung im Allgemeinen zu geben. Jedoch können alle nötigen Vorgaben und Richtlinien des Baurechtes in der für das jeweilige Bundesland gültigen Bauverordnung nachgelesen werden.  Wichtig hierbei ist zu bedenken, dass es nicht nur die Bauverordnung gibt, die eingehalten werden sollte, sondern je nach Bundesland auch weitere rechtliche Regelungen in Form von mitunter:

  • Baugesetz
  • Bauverordnung
  • Raumplanungsgesetz
  • Gemeindeplanungsgesetz
  • Rumordnungsgesetz
  • Bautechnikgesetz
  • Bautechnikverordnung
  • Bebauungsgrundlagengesetz
  • Ortsbildschutzgesetz

Grundsätzlich ist es von Vorteil, das gesamte Bauvorhaben ab der frühen Planungsphase gemeinsam mit einem für landwirtschaftliche Gebäude spezialisierten Architekten vorzunehmen. Dieser weiß in der Regel über die rechtlichen Voraussetzungen und Besonderheiten Bescheid und kann so gemeinsam mit dem Landwirt alle Aspekte der Planung und Bauumsetzung vorbereiten und umsetzen.

Regionale Besonderheiten und traditionelle Einflüsse

Doch es sind nicht nur die bautechnischen und baurechtlichen Besonderheiten, die den Bau einer landwirtschaftlichen Halle komplex und sehr planungsintensiv gestalten können. Auch regionale Besonderheiten und traditionelle Einflüsse prägen das landwirtschaftliche Bauumfeld Österreichs.

So gilt es in manchen Bundesländern und Regionen bestimmte traditionelle Aspekte zu wahren. Mancherorts sind zum Beispiel klassische Metallhallen für die Lagerung von Gerätschaften oder aber Gütern schlicht weg unerwünscht, da sie das traditionell geprägte Landschaftsbild stören würden. Hier braucht es neben einer modernen und stabilen Grundkonstruktion eine Außenverkleidung des Gebäudes, die den regionalen Besonderheiten entspricht. Gerade in der Steiermark oder Tirol sieht man dies sehr oft, denn hier werden moderne Gebäudekomplexe zumindest im Außenbereich dem traditionellen Erscheinungsbild angepasst, indem zum Beispiel Holz als dekoratives Bauelement in Form einer Vertäfelung eingebracht wird.

Weiterführende Links

Übersicht der Bauordnungen und Baugesetze in Österreich (Stand 2016)

 

Landwirtschaftliche Hallen bauen
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