Ob in der Viehhaltung oder dem Getreide- und Obstanbau, eine Landwirtschaft kann in der heutigen Zeit nicht ohne ausreichender Lagermöglichkeiten funktionieren und so zählt die Lagerhalle neben diversen Stallbauten zu den wichtigsten Gebäudearten im landwirtschaftlichen Alltag. Die Lagerhalle ist das Herz zahlreicher landwirtschaftlicher Betriebe und längst nicht mehr nur ein Gebäude, in dem Saatgut, Futtermittel und Maschinen zu finden sind. Nein, die moderne Lagerhalle ist in der heutigen Zeit vielmehr ein Gebäude, das ganz besonderen Ansprüche erfüllen muss und entsprechend der landwirtschaftlichen Ausrichtung geplant und gebaut werden muss.

Die Lagerhalle – ein Gebäude mit zahlreichen Nutzungsmöglichkeiten

Die klassische Lagerhalle ist seit den frühen Anfängen der landwirtschaftlichen Tätigkeit ein zentraler Ort, an dem Rohstoffe wie auch Erzeugnisse gelagert und sicher aufbewahrt werden. Nicht allein in der Landwirtschaft zu finden und doch aus keinem landwirtschaftlichen Betrieb wegzudenken, ist die Lagerhalle ein Gebäude mit zahlreichen Nutzungsmöglichkeiten und somit diversen Besonderheiten. Denn Lager ist nicht gleich Lager und jede Lagerhalle muss den individuell nötigen Voraussetzungen entsprechen, um wirklich effizient und zielführend genutzt werden zu können.

Allem voran in der landwirtschaftlichen Nutzung unterscheidet man in der heutigen Zeit die unterschiedlichen Lagergebäude nach der landwirtschaftlichen Ausrichtung des Hofes. So findet man zum Beispiel in einer auf Viehzucht ausgelegten Landwirtschaft, in der Regel Lagerhallen die primär für die Futtermittellagerung ausgelegt sind. Landwirtschaften, die sich der Getreideerzeugung verschrieben haben, verfügen hingegen über verschiedene Formen von Lagergebäuden, da hier nicht nur das Saatgut und entsprechende Düngemittel, sondern auch die Ernte gelagert werden muss. Man sieht, es gibt nicht nur die eine Lagerhalle im landwirtschaftlichen Umfeld, vielmehr gibt es zahlreiche Varianten des klassischen Lagers, die je nach Verwendung unterschiedliche Besonderheiten bieten. Klassische Formen der Lagerhalle im landwirtschaftlichen Umfeld sind:

Jede Variante hat somit ihre Besonderheiten. In einer Lagerhalle zur Getreide- oder Saatgutlagerung zum Beispiel kommt es vor allem auf die Luftfeuchtigkeit, die Belüftung aber auch die sortenreine Lagerung der Lagerware an. Eine Lagerhalle für die Erzeugnisse zum Beispiel in Form von Käse und Fleisch hingegen muss allem voran in den Bereichen Temperatur und hygienische Lagerung entsprechend ausgelegt sein. So also unterscheidet man die möglichen Lagerhallen in der landwirtschaftlichen Nutzung sehr stark nach deren Anforderungen und Voraussetzungen für eine bestmögliche Lagerung der geplanten Güter und Rohstoffe.

Arten & Varianten – verschiedene Lagerhallen im Überblick

Neben dem Einsatzgebiet unterscheidet man eine Lagerhalle in der heutigen Zeit oftmals auch über weitere Faktoren. So spricht man heutzutage oftmals von Lagerhallen aber auch von Produktionshallen. Der Unterschied liegt hierbei ganz klar bei der Nutzung. Wird in einer Halle etwas produziert, so ist es eine Produktionshalle. Wird darin eine Ware lediglich gelagert, so ist es eine Lagerhalle. Vom Aufbau her, sind jedoch beider Varianten gleichwertig.

Ein wirklicher unterschied findet sich oftmals nur in der Bauweise als solche. Denn hier unterscheidet man klar zwischen einer klassischen Lagerhalle, die mit üblichen Mitteln gebaut werden muss und einer sogenannten Lagerhalle in Fertigbauweise, die ähnlich einem Fertighaus vom Hersteller vorgefertigt wird und in Form einzelner Bausegmente angeliefert wird, um im Anschluss lediglich zusammengesetzt und fertig montiert zu werden.

Die Lagerhalle in Fertigbauweise – Vorteile und Besonderheiten

Eine der beliebtesten Lagerhallenvarianten unserer Zeit ist ganz klar jene in Fertigbauweise. Individuell planbar und mit überdurchschnittlich kurzer Bauzeit, ermöglicht die Lagerhalle in Fertigbauweise alle Vorteile einer modernen Lagerhalle bei kürzest möglicher Bauzeit. Denn nachdem das Fundament der Halle fertig gegossen ist und die einzelnen Segmente durch den Hersteller Montagebereit geliefert wurden dauert es je nach Größe der Lagerhalle nur wenige Tage, bis diese vollständig aufgebaut und nutzbar gemacht wurde.

Schneller als mit einer Lagerhalle in Fertigbauweise kann eine Lagerhalle schlicht weg nicht gebaut werden. Doch natürlich gibt es auch einen Nachteil dieser Bauweise und der bezieht sich nicht selten auf die Kosten. Denn obgleich Fertigbauweisen in der heutigen Zeit bei weiten nicht mehr so kostenintensiv sind, wie noch vor wenigen Jahren, so belaufen sich die Kosten einer Lagerhalle in Fertigbauweise auf durchschnittlich fünf bis fünfzehn Prozent mehr als im direkten Vergleich mit einer klassischen Bauweise.

Die gemauerte Lagerhalle – ein Gebäude für die Ewigkeit?

Klassischer und sicherlich in manchen Regionen nach wie vor bevorzugt ist die klassische gemauerte Lagerhalle, die zwar durchaus eine gewisse Bauzeit in Anspruch nimmt, dafür aber auch scheinbar für die Ewigkeit bestimmt ist. Je nach Material und Qualität der Bauarbeiten kann eine solch gemauerte Lagerhalle, über viele Jahrzehnte hinweg genutzt werden ohne das Reparaturen an den Mauerwerken nötig werden.

Maschinenhalle in der Landwirtschaft

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Der große Nachteil an dieser Lagerhallenbauweise ist jedoch ganz klar die lange Bauzeit. Je nach Größe und Ausstattung der Lagerhalle kann es bis zu zwei Jahre dauern, bis eine solche gemauerte Lagerhalle nutzbar wird. Dieses Zeitfenster ist gerade im Bereich großer Landwirtschaften nur selten gegeben, weswegen mehr und mehr Landwirte auf die Fertigbauweise zurückgreifen.

Die Vorteile im Überblick

Klassische Bauweise Fertigbauweise
  • Individuell Plan- und Gestaltbar
  • Hochwertiges Gebäude mit sehr langer Lebenszeit.
  • Nur bedingt individuell planbar
  • Sehr schnelle Montage / geringe Bauzeit durch Segmentbau.

Zudem werden moderne Lagerhallen in verschiedensten Baustoffvariationen angeboten. So gibt es die klassischen Hallenarten, die zumindest einen großen Anteil natürlicher Baustoffe wie Holz oder Naturstein enthalten oder aber Modelle aus rein modernen Baustoffen wie Beton. Auch hinsichtlich der Dachkonstruktion bieten sich zahlreiche Varianten an, obgleich das klassische Flachdach im Bereich der Lagerhallen nach wie vor dominierend ist.

Planen und bauen – von der Idee über die Baubewilligung zum Bau

Der Bau einer Lagerhalle ist ein Unterfangen, dass mit vielen wichtigen Aspekten verbunden ist. Denn grundsätzlich ist eine moderne Lagerhalle weder mit einem Schuppen vergleichbar noch eine einfache Allzweckhalle, die ohne viel Aufwand erbaut werden kann. Somit ist eine umfassende Planung und Vorbereitung für den Bau einer Lagerhalle unverzichtbar. Denn nur wer im Vorfeld alle wichtigen Aspekte geklärt hat und auf eine professionelle Planung zurückgreift, der wird am Ende ein Gebäude erhalten, dass über Jahrzehnte hinweg gute Dienste im landwirtschaftlichen Alltag leisten wird.

Stallplanung

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Flächenbedarf, Bauweise und Bedarf – Wichtige Entscheidungen im Vorfeld der Bauplanung

Bevor es an die Planung einer Lagerhalle gehen kann, gilt es zunächst grundsätzliche Entscheidungen zu treffen. Da wäre zum einen der Flächenbedarf, der entscheidend ist, welche Form von Lagerhalle passend sein könnte. Je nach landwirtschaftlichem Betrieb, bestehender Gebäudestruktur und gewünschter Lagervolumen gilt es bereits lange vor der eigentlichen Planung zu bestimmen, welche Güter gelagert werden sollen und welches Lagervolumen hierfür nötig ist.

Ist das Lagervolumen und somit der Flächenbedarf geklärt, kann man sich auf die Suche nach einem passenden Standort für das neue Lager machen. Wichtig hierbei ist zu bedenken, dass moderne Lagerhallen baurechtlich zahlreichen Besonderheiten unterliegen, allem voran wenn diese besondere Güter beinhalten sollen. Somit muss also neben einer Zufahrtsmöglichkeit und dem passenden Standort auch die Frage der Versorgung geklärt werden. Stromzuleitungen, Wasser und Abwasser sind hierbei ebenso relevant wie womöglich nötige Filtersysteme für Klimaanlagen oder Temperaturregelungssysteme.

Erst wenn die benötigte Größe des Lagers, der Standort und alle relevanten Begleitaspekte geklärt sind, kann die erste Auswahl einer Lagerhalle erfolgen. Hier stehen nun zunächst klassische Formen wie auch moderne Formen zur Auswahl. Darüber hinaus gilt es nun zu entscheiden, in welcher Art und Weise der Bau erfolgen sollte. Ist ein Modell in Fertigbauweise gewünscht oder aber der klassische Ziegelbau? Welches Material ist gewünscht und welche Besonderheiten sollte die neue Lagerhalle in jedem Fall vorweisen? All diese Fragen sollten bereits im Vorfeld geklärt werden, um im späteren Planungsprozess zügig und effizient Ergebnisse zu erhalten.

Die Bauplanung – professionelle Planung erspart Zeit, Kosten und Mühen

Sind alle grundsätzlichen Wünsche und Bedürfnisse geklärt, gilt es die eigentliche Bauplanung zu beginnen. Hierbei können wir nur empfehlen, die Planung durch einen professionellen Dienst durchführen zu lassen. Natürlich könnte man grundsätzlich eine Lagerhalle auch ganz ohne Planungsbüro planen, doch in Anbetracht der Genehmigungsphasen, die für die Baubewilligung nötig sind und wichtige Aspekte wie Statik, Sicherheit und Nutzbarkeit sollte eine Lagerhalle niemals ohne professionelle Planung erbaut werden.

Die Vorteile der professionellen Planung liegen jedoch nicht allein in der Vereinfachung der Baubewilligung. Nein auch die Effizienz der Lagerhalle kann durch eine moderne und professionelle Bauplanung erheblich positiv beeinflusst werden. So können moderne Versorgungsmaßnahmen ebenso in die Planung einbezogen werden wie wichtige Aspekte hinsichtlich Zugänglichkeit, Lagerformen und Möglichkeiten sowie Wartung des gesamten Gebäudekomplexes. Im Zuge einer professionellen Bauplanung der Lagerhalle wird mitunter folgendes erfolgen:

  • Die detaillierte Abklärung aller Wünsche, Vorstellungen und Notwendigkeiten für den Bau der Lagerhalle.
  • Eine erste Überprüfung der Umsetzbarkeit des Bauvorhabens (ggf. in Verbindung mit einer Besichtigung des geplanten Baugrundstücks)
  • Die Planung der Lagerhaller inkl. aller relevanten Aspekte wie Größe, Bauweise, Bauart etc.
  • Die Beantragung der Baugenehmigung durch das Planungsbüro
  • Die Einleitung der Bauphase in Kooperation mit Baufirmen / Herstellerunternehmen

Ja, die Beauftragung eines Planungsbüros ist mit hohen Kosten verbunden und nicht selten scheuen Landwirte vor eben diesen Kosten zurück. Doch in Anbetracht der Investitionssummen und zeitlichen Nutzbarkeit der Lagerhalle sollten diese Kosten nicht zum Nachteil der Bauqualität vermieden werden. Gerade bei großen Lagerhallen oder aber für besondere Lagergüter ist die professionelle Planung wie auch Ausführung des Bauvorhabens unverzichtbar, um über Jahrzehnte hinweg die Lagerhalle effizient und uneingeschränkt nutzen zu können. Unser Rat ist somit klar „Pro Planungsbüro“ denn mit erfahrenen Partnern wird die Planung und Baubewilligungsbeantragung nicht nur leichter, nein auch das Ergebnis ist in der Regel um ein Vielflaches hochwertiger.

Kosten und Finanzierung – Förderungen nutzen und Geld sparen!

Der Bau einer Lagerhalle ist abhängig von deren Größe, Bauweise und Ausstattung in der Regel eine durchaus beachtliche Investition. Schon bei durchschnittlichen Größen und ohne technischer Raffinessen kann ein Basismodell mehrere Zehntausende Euro kosten und so gilt es, die Finanzierung der Baukosten frühzeitig zu bedenken und mögliche Förderungen abzuklären.

Denn allem voran in den vergangenen Jahren wurden zahlreiche Fördermöglichkeiten für die Modernisierung wie auch den Neubau von modernen Lagerhallen ermöglicht. So gibt es zum Beispiel von den Bundesländern wie auch Kommunen oftmals sogenannte ländergeförderte Zuschüsse, für den Neubau oder die grundlegende Modernisierung. Doch auch die Europäische Union bietet immer wieder im Zuge der Förderungen die Möglichkeit, einen Teil der anfallenden Baukosten über Fördermittel abzudecken.

Jedoch braucht es dennoch einiges an Eigenkapital oder aber eine entsprechende Fremdfinanzierung über einen Investitionskredit. Auch hierbei kann ein erfahrenes Planungsbüro so manches Mal gute Dienste leisten, denn für den Kreditantrag braucht es umfassende Unterlagen zum Bauvorhaben, die professionell erstellt in jedem Fall die Aussichten auf eine positive Kreditvergabe erhöhen können. Landwirte sollten aus diesem Grund nicht zögerlich sein, wenn es gilt, im Zuge der Bauplanung die nötigen Unterlagen für einen Kreditantrag zu erstellen.

Anmerkung

Beachten Sie, dass ein Förderantrag unabhängig ob diese von der Kommune, dem Land oder aber der EU gewährt wird nicht rückwirkend möglich ist. Die Beantragung der Förderung muss somit in jedem Fall im Zuge der Bauplanung erfolgen, um die Kosten der neuen Lagerhalle zumindest Teilweise mit den Fördermitteln abdecken zu können. Nähere Informationen zu möglichen Förderungen und deren Voraussetzungen können bei den zuständigen Behörden erfrag t erden.

Die Bauphase und Inbetriebnahme der neuen Lagerhalle

Sind alle relevanten Planungsschritte abgeschlossen, beginnt die Bauphase der neuen Lagerhalle. Je nachdem wie groß der bauliche Umfang ist, kann diese durchaus mehrere Wochen oder gar Monate in Anspruch nehmen. Allem voran, wenn ein Fundament geschaffen werden muss, kann der Bau einer sehr großen Lagerhalle sogar über ein Jahr Zeit in Anspruch nehmen. Landwirte sollten entsprechend kalkulieren und nicht auf eine frühzeitige Baufertigstellung spekulieren. In der Regel gilt wie immer bei Baumaßnahmen, lieber etwas mehr Zeit einplanen als zeitliche Engpässe entstehen zu lassen.

Entscheidend, wie lange die Bauphase andauert, sind neben der Größe der Lagerhalle natürlich die Bauweise und die nötigen Baumaßnahmen. Fertigbauweisen sind in der Regel binnen weniger Tage bis Wochen vollständig aufgebaut. Umfassende Lagervarianten mit besonderen Materialien oder aber einen hohen Bauaufwand erfordern naturgemäß eine längere Bauzeit. Grundsätzlich gilt beim Bau einer Lagerhalle, dass diese erst nach vollständigem Abschluss der Bauarbeiten und Abnahme des Gebäudes nutzbar wird. Somit gilt je nach Nutzung der Lagerhalle, dass nach Abschluss der Bauarbeiten ein Mitarbeiter des zuständigen Bauamtes den Bau abnehmen und somit für die Nutzung freigeben muss.

Damals und Heute – die Lagerhalle im Wandel der Zeit

Lagergebäude waren schon immer in der Landwirtschaft ein unverzichtbares Mittel um Saatgut, Futtermittel, Ernten und Maschinen sicher unterzubringen. Doch der Wandel der Zeit ging auch an der klassischen Lagerhalle nicht vorbei. Wo früher noch alle möglichen Aspekte der Landwirtschaft ein einem Gebäude eingelagert wurden, da gilt es, heute wichtige Standards hinsichtlich Hygiene und korrekter Lagerung von Waren zu beachten. Futtermittel direkt neben schweren Fahrzeugen, das geht heute nicht mehr und so entwickelte sich die klassische Lagerhalle zu einem Gebäude mit einer vielseitigen und doch sehr fokussierten Nutzbarkeit.

Heutzutage ist eine Lagerhalle somit weit mehr als ein einfaches Gebäude zur Lagerung diverser Gegenstände. Sie ist ein fester und nicht selten unverzichtbarer Bestandteil einer modernen und effizient geführten Landwirtschaft, die wichtigen Einfluss auf die Qualität der erzeugten landwirtschaftlichen Produkte nimmt und somit letztlich trotz großer Anschaffungskosten Einfluss auf die Zukunft des landwirtschaftlichen Betriebs nimmt.

Lagerhalle für die Landwirtschaft bauen
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