In Deutschland seit einigen Jahren für den professionellen wie auch privaten Einsatz als Strahlgut längst verboten, in Österreich seit Jahren umstritten … das Sandstrahlen mit Quarzsand. Über lange Zeit hinweg galt Quarzsand als das Strahlmittel für den privaten wie auch semiprofessionellen Einsatz schlecht hin. Günstig im Einkauf, überaus wirkungsvoll in seiner Einsetzbarkeit, schien Quarzsand die Anforderungen für die private wie auch professionelle Nutzung zu erfüllen. Doch seit die gesundheitsgefährdenden Eigenschaften bekannt sind und Quarzsand in manchen Ländern gar aufgrund dieser verboten wurde, stellt sich die Frage: Wie gefährlich ist das Sandstrahlen mit Quarzsand wirklich?

Sandstrahlen mit Quarzsand – Grundsätzliches rund um das umstrittene Strahlmittel

Ob im industriellen oder privaten Einsatz, das sogenannte Druckluftstrahlen mit Quarzsand galt über viele Jahre hinweg als die weltweit meist genutzte Form des Sandstrahlens im industriellen, professionellen wie auch dem privaten Bereich. Grund hierfür waren die wirtschaftlichen wie auch arbeitstechnischen Vorteile, die Quarzsand als Strahlgut in Verbindung mit einem professionellen Sandstrahlgerät zu entfalten wusste, und wissen diese Vorteile auch heute noch in vielen Ländern zu überzeugen. Zu den markantesten Vorteilen des Sandstrahlens mit Quarzsand zählen:

  • Die sehr günstigen Materialkosten für das benötigte Strahlmittel Quarzsand.
  • Die guten bis sehr guten Arbeitsergebnisse (bereits ab dem ersten Arbeitsschritt)
  • Die Nutzbarkeit in Verbindung mit unterschiedlichsten Materialien (Stein, Metall, Blech und vieles mehr)

Allem voran die günstigen Materialkosten, aber auch die überaus gute bis sehr guten Arbeitsergebnisse bereits nach den ersten Arbeitsschritten führten dazu, dass der Quarzsand lange Zeit das Strahlgut schlecht hin war. Beinahe ohne Konkurrenz galt Quarzsand über nahezu zwei Jahrzehnte als wirtschaftlichstes und effizientestes Strahlgut für das Druckluftstrahlens mit einem Kompressor und das unabhängig von der Art des Einsatzes. Vom Einsatz im privaten Umfeld zum Beispiel im Zuge Reinigung von landwirtschaftlichen Maschinen und Gerätschaften, über die Nutzung im Bereich der Fahrzeugwartung und Restauration, bis hin zu diversen industriellen Einsatzbereichen nahezu aller denkbaren Wirtschaftszweige war und ist Quarzsand ein überaus beliebtest und häufig genutztes Strahlgut für den Einsatz eines Sandstrahlgerätes.

Zu den klassischen Einsatzgebieten des Quarzsandes als Strahlmittel für das Sandstrahlen zählten und zählen mitunter:

  • Die Reinigung von Maschinen, Motoren, Anlagen, Maschinenteile etc.
  • Zur Entrostung aller metallenen Oberflächen und Anlagen.
  • Zur vorbereitenden Aufrauhung von Bodenflächen unterschiedlichster Art.
  • Zur Reinigung von Mauerwerken, Fassaden, Gebäudefronten etc.
  • Zur Entrostung und allgemeinen Reinigung von Strahlkonstruktionen.
  • Zur optischen Bearbeitung von Textilien (Stichwort abgetragener Look)

Quarzsand als scharfkantiges und in unterschiedlicher Körnung erhältliches Strahlmittel zum Sandstrahlen war und ist ein überaus vielseitig einsetzbares Arbeitsmaterial, das oberflächlich betrachtet einen überaus guten Kosten-Nutzen-Faktor ermöglicht und das aufgrund seiner mehrfachen Nutzbarkeit lange Zeit als überaus umweltverträglich und wirtschaftlich angesehen wurde. Dies änderte sich jedoch zum Ende der 1990er Jahre hin, als die krebserregende Wirkung des fein zermahlenen Quarzsandes erstmals bekannt wurde.

Gesundheitsrisiko Quarzsand – Darum ist das Strahlgut Quarzsand bedenklich!

Während der vergangenen runden zwanzig Jahre wurde im Zuge der stetig steigenden Verbesserung der Arbeitssicherheit und des Gesundheitsschutzes am Arbeitsplatz erkannt, dass Quarzsand aufgrund seiner charakteristischen Eigenschaften als höchst gesundheitsgefährdend angesehen werden muss, und wurde das Strahlmittel Quarzsand aus eben diesem Grund mitunter in Deutschland für den Einsatz als Strahlmittel im professionellen wie auch privaten Bereich verboten.

Quarzsand ist gesundheitsgefährdend weil:

  • Der Sand ausschließlich aus sehr feinen Quarzkörnern besteht.
  • Der Einsatz von Quarzsand eine enorme Staubentwicklung verursacht.
  • Die feinen Quarzkörner trotz Atemschutz in Staubform in die Lunge eindringen.
  • Das Bronchialsystem nicht in der Lage ist, die feinen Quarzkörner aus dem Lungengewebe abzuführen und es somit zu diversen Erkrankungen des Lungengewebes sowie Folgeerkrankungen kommen kann.

Der Grund für die gesundheitsgefährdenden Eigenschaften des Strahlmittels Quarzsand findet sich in der sehr feinen Struktur des Sandes an sich. Diese feine Struktur, die für das Sandstrahlen an sich unverzichtbar war und ist, wird erzielt, in dem der Quarzblock (die Ausgangslage des Quarzsandes) solange mechanischem Druck ausgesetzt wird, bis die ursprünglich feste Struktur vollständig aufgebrochen wurde und letztlich ausschließlich feine Quarzkörner zurückbleiben. Die so erzeugten feinen Quarzkörner (die je nach Verwendungszweck in unterschiedlicher Körnung verfügbar sind) sind für den Einsatz mit dem Sandstrahlgerät perfekt geeignet, können jedoch aufgrund ihrer geringen Dichte und der nahezu unvermeidbaren Staubentwicklung selbst den Schutz einer Atemschutzmaske überwinden und so in die Lunge eindringen.

Achtung! Darum sollten Sie auf Quarzsand verzichten!
Wird Quarzsand als Strahlmittel im Zuge des Sandstrahlens eingesetzt, entwickelt sich durch die feine Struktur des Strahlgutes eine sehr schnell sichtbare Staubentwicklung, die es trotz Atemschutzmaßnahmen unmöglich macht, ein Eindringen des Staubs und der darin enthaltenen Quarzkristalle in die Lunge zu verhindern. Selbst kurze Arbeitsprozesse stellen somit eine nachweisbare Gefahr für Ihre Gesundheit dar!

Mögliche Gesundheitsgefahren beim Sandstrahlen mit Quarzsand

Sandstrahlen

Das Sandstrahlen mit Quarzsand ist selbst mit Atemschutzmaske gefährlich!
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Wer sich trotz der längst verfügbaren hochwertigen Alternativen zum Quarzsand für das Sandstrahlen mit Quarzsand entscheidet, der nimmt so manche Gefahr für die eigene Gesundheit in Kauf. Denn längst konnten umfassende Studien nachweisen, dass der Einsatz von Quarzsand und das damit verbundene Einatmen des quarzsandhaltigen Staubs eine Vielzahl an unterschiedlichsten Erkrankungen hervorrufen kann.

Die mit Abstand bekannteste und am häufigsten verzeichnete Erkrankung, in Verbindung mit dem Sandstrahlen mit Quarzsand auftreten kann, ist die sogenannte Silikose oder Staublunge. Diese Erkrankung tritt ein, wenn ein siliziumdioxidhaltiger Quarzsand als Strahlmittel in einer nicht geschätzten Umgebung (Sandstrahlkabine) eingesetzt wurde und im Zuge der Arbeit der feine quarzhaltige Staub in die Lunge eintrat und sich dort in den Bronchien festsetzen konnte. Da dieser Staub derart fein ist, dass das Bronchialsystem die Fremdstoffe nicht auf natürlichem Wege ausscheiden kann, kommt es zur sogenannten Staublunge, die über viele Generationen hinweg als „Bergarbeiterkrankheit“ bekannt war und die heute allem voran in sogenannten Billiglohnländern auf erschreckende Art und Weise aufzeigt, warum Quarzsand als Strahlmittel für das Sandstrahlen überaus bedenklich und gesundheitsgefährdend ist.

Staubteilchen in einer Größe von weniger als 5 µm können ausreichen, um im Lungengewebe zu chronischen Entzündungen zu führen, die letztlich leider viel zu oft im Verlauf der Erkrankung in einer sogenannten Lungenfibrose enden. Bei dieser Erkrankung ist das Lungengewebe derart angegriffen, dass sich mehr und mehr Bindegewebe um die entzündeten Bereiche bildet und somit die lebensnotwendigen Lungenbläschen reduziert werden. Das bittere Ergebnis dieses Krankheitsverlaufs ist, dass die Sauerstoffaufnahmekapazität mehr und mehr schwindet und das Risiko eines vollständigen Lungenversagens oder aber einer Lungenkrebserkrankung steigen enorm.

Quarzsandverbot – Wo darf Quarzsand noch genutzt werden und wo nicht?

Obgleich die gesundheitsgefährdenden Eigenschaften von Quarzsand in Verbindung mit der Arbeitstechnik des Sandstrahlens längst nachweislich belegt werden konnte und mehr und mehr Interessensgemeinschaften ein Verbot von Quarzsand als Strahlgut fordern, ist der grundsätzliche Einsatz von Quarzsand als Strahlmittel bislang lediglich in den nun folgenden Ländern (zum Teil) eingeschränkt untersagt:

  • Die Niederlande
  • Deutschland
  • Die Schweiz (beschränkt auf den professionellen Einsatz)

Weitere Länder, allem voran im europäischen Raum, führten bislang noch kein explizites Verbot von Quarzsand für den allgemeinen oder aber beschränkten Einsatz als Strahlmittel ein. Jedoch wurden im Zuge des stetig steigenden Arbeitsschutzes Gefahrhinweise verpflichtend nötig und findet man diese seither auf den Verpackungen des Quarzsandes gut sichtbar angebracht.

So findet man Quarzsand zum Sandstrahlen auch heute noch in beinahe allen österreichischen Baumärkten und kann diesen für den privaten wie auch professionellen Einsatz uneingeschränkt erwerben und nutzen. Jedoch ist zu erwarten, dass sich dies auch in Österreich und weiteren Ländern in naher Zukunft ändern könnte. Denn mehr und mehr Institutionen fordern das Verbot von Quarzsand zum Schutz der Gesundheit und so darf durchaus damit gerechnet werden, dass auch in Österreich eines Tages das eingeschränkte oder uneingeschränkte Verbot von Quarzsand eintreten wird.

Unbedenkliche Alternativen zum Sandstrahlen mit Quarzsand

Obgleich das Sandstrahlen in Österreich und weiteren Ländern bislang nicht verboten ist, ist die Suche nach einer unbedenklichen Alternative in jedem Fall zu bevorzugen. Denn ja es gibt sie, Strahlmittel, die nicht zum Gesundheitsrisiko werden und somit bedenkenlos im privaten, wie auch professionellem Einsatz genutzt werden können.

Allem voran der sogenannte Granatsand erfreut sich seit dem Quarzsandverbot in Deutschland und den Niederlanden enormer Beliebtheit. Denn hinsichtlich Preis, Wirkung und Nutzbarkeit entspricht dieses Strahlgut absolut dem Quarzsand, birgt hierbei jedoch weder die enorme Staubentwicklung während der Arbeit noch die fatale Gesundheitsgefahr für den eigenen Körper.

Unser Tipp für Sie
Es muss kein Quarzsand sein, mit dem sie Sandstrahlen! Granatsand ist ebenso günstig, überall erhältlich und absolut vergleichbar effizient in Wirkung und Nutzbarkeit. Jedoch müssen sie bei Granatsand als Strahlgut weder die enorme Staubentwicklung in Kauf nehmen, noch die fatalen Folgen für ihre Gesundheit. Unser Rat daher … nutzen sie Granatsand oder vergleichbare Strahlmittel und entsorgen sie den Quarzsand ihrer Gesundheit zu liebe umgehend!

Unser Fazit– Sandstrahlen mit Quarzsand, effizient und günstig!

Obgleich das Sandstrahlen mit Quarzsand in Österreich und vielen weiteren Ländern nach wie vor rechtlich kein Problem darstellt, raten wir Ihnen tunlichst von diesem Strahlmittel ab. Denn Quarzsand ist aufgrund seiner krebserregenden Eigenschaften nicht nur überaus gefährlich für ihre Gesundheit, er führt zudem zu einer sehr starken Staubentwicklung, die intensiv genug ist, um selbst die Schutzwirkung einer professionellen Atemschutzmaske zu überwinden.

In Anbetracht der enormen Auswahl an nicht gesundheitsgefährdenden Strahlmitteln ist der Einsatz von Quarzsand unserer Meinung nach längst nicht mehr nötig oder gar unverzichtbar. Schonen Sie daher gezielt ihre Gesundheit und greifen sie auf alternative Strahlmittel wie zum Beispiel Granatsand zurück. Dieser ist in Wirkung und Anschaffungspreis vergleichbar mit Quarzsand, dabei aber weit weniger gefährlich für ihre Gesundheit und die Gesundheit jener, die sich womöglich in ihrem direkten Arbeitsumfeld befinden werden.

Sandstrahlen mit Quarzsand – Wie gefährlich ist das Sandstrahlen mit dem günstigen Strahlmittel wirklich?
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