Ob es nun Maschinenteile von Fahrzeugen, oder durch die Witterung stark verschmutze Wände und Mauern sind. Wenn es gilt, Verschmutzungen zu entfernen oder feste Materialien für die weitere Bearbeitung vorzubereiten bietet sich hierfür das sogenannte Sandstrahlen an. Denn das Sandstrahlen ist einfach und schnell, entfernt gezielt selbst hartnäckige Verschmutzungen unterschiedlichster Art und so manches Mal bedarf es noch nicht einmal eines Sandstrahlgerätes, um mit der Arbeit zu beginnen. Denn allem voran beim Nassstrahlen reicht in aller Regel ein handelsüblicher Hochdruckreiniger, um mit der Arbeit beginnen zu können. Wie genau das geht und worauf sie beim Sandstrahlen mit einem Hochdruckreiniger achten müssen, das erfahren Sie jetzt!

Sandstrahlen vs. Nassstrahlen – Unterschiede und Besonderheiten

Das Sandstrahlen ist einer der effektivsten Reinigungsprozesse, um loses wie auch festes Material von einer Oberfläche zu entfernen und entsprechend in unzähligen Bereichen erstes Mittel der Wahl, wenn es gilt, Oberflächen zu reinigen oder aber für die weitere Bearbeitung vorzubereiten.

Die Wirkung ist hierbei eine überaus simple, wenn auch hoch effiziente. Mithilfe eines einfachen Prinzips und vergleichsweise geringen Kraft- wie auch Zeitaufwand wird das sogenannte Strahlgut (im privaten Bereich zumeist Granatsand) auf die zu reinigende Fläche so aufgesprüht, das die durch den Druck entstehende Reibung des Sandes Verschmutzungen von der Arbeitsoberfläche abträgt und / oder die Materialoberfläche an sich aufgeraut und für die weitere Bearbeitung vorbereitet. Eben diese Wirkungsweise kann grundsätzlich auf zwei Arten erzeugt werden:

  • Mittels Druckluft (klassisches Sandstrahlen mit Kompressor)
  • Mittels Wasserdruck (sogenanntes Nassstrahlen)

Für die klassische Form des Sandstrahlens bedarf es grundsätzlich der entsprechenden Druckluft, die mittels eines Kompressors aufgebaut wird und über das Sandstrahlgerät oder die Sandstrahlpistole das Schleifmittel auf die zu bearbeitende Oberfläche befördert. Für das etwas weniger weitverbreitete Nassstrahlen hingegen bedarf es Wasser als Treibmittel, welches natürlich ebenfalls mittels Druck transportiert werden muss und welches somit einen sogenannten Hochdruckreiniger oder ein professionelles Nasssandstrahlgerät erfordert.

Da das klassische Sandstrahlen wie auch das sogenannte Nassstrahlen unterschiedliche Arbeitsgrundlagen erfordert, sind auch die Wirkung sowie die grundsätzliche Einsetzbarkeit dieser beiden Sandstrahlvarianten unterschiedlich und somit nicht immer direkt miteinander vergleichbar. Zu den markantesten Unterschieden und Besonderheiten beider Sandstrahlarten zählen mitunter:

Sandstrahlen

  • Basierend auf Luftdruck
  • z.T. sehr hohe Staubbelastung
  • Für nahezu alle Anwendungsbereiche geeignet
  • Sehr gute Arbeitsergebnisse möglich
    Nassstrahlen

    • Basierend auf Wasserdruck
    • Keine Staubbelastung
    • Nur für bestimmte Anwendungsbereiche geeignet
    • Gute bis durchschnittliche Arbeitsergebnisse möglich

    Grundsätzlich kann und muss gesagt werden, dass das sogenannte Nassstrahlen (also das Sandstrahlen mit einem Hochdruckreiniger) nicht für jeden Einsatzbereich geeignet ist und im direkten Vergleich mit klassischen Sandstrahlmethoden in aller Regel eine geringere Wirkung erzeugt. Grund hierfür ist das Wasser, welches als Transportmittel beim Nassstrahlen dient und einen geringeren Druckkontakt zwischen Arbeitsoberfläche und Strahlgut ermöglicht, als die für das klassische Sandstrahlen genutzte Druckluft. Dennoch gibt es Einsatzbereiche, in denen die reduzierte Wirkung des Nassstrahlens von Vorteil sein kann. Hierzu zählen mitunter:

    • Die Reinigung von sehr weichen Materialien.
    • Die Reinigung von Böden, Mauern und Fassaden.
    • Die Vorbereitung von glatten Oberflächen für eine Weiterbearbeitung.

    Wenn es also gilt, Verschmutzungen von Oberflächen zu entfernen, die der starken Druckluft eines klassischen Sandstrahlgerätes nicht standhalten würden, dann ist der Einsatz eines Hochdruckreinigers zum Nassstrahlen in jedem Fall zu bevorzugen. Denn beim Sandstrahlen mit einem Hochdruckreiniger werden Böden und Wände weniger in Mitleidenschaft gezogen, als bei der Reinigung mit einem klassischen Sandstrahlverfahren.

    Nasssandstrahlen – Diese Ausstattung benötigen Sie für das Sandstrahlen mit einem Hochdruckreiniger!

    Hochdruckreiniger

    Wichtigstes Utensil für das Sandstrahlen mit einem Hochdruckreiniger, ist der Hochdruckreiniger!
    © Fotolia: Jürgen Fälchle – 32439460

    Wer sich mithilfe eines Hochdruckreinigers an das Nasssandstrahlen machen will und so Wände, Böden, Fassaden oder aber diverse mechanische Teile reinigen möchte, der benötigt natürlich wie auch beim klassischen Sandstrahlen zunächst einmal die benötigten Materialien und selbstverständlich einen, für das Nassstrahlen geeigneten, Hochdruckreiniger mit entsprechendem Sandstrahlaufsatz. Bevor Sie sich also an die Arbeit machen können, gilt es, folgende Ausstattung bereitzustellen:

    • Einen Hochdruckreiniger (nassstrahlgeeignet)
    • Einen Sandstrahlaufsatz / Sandstrahlinjektor (ab ca. 50,00 Euro im Fachhandel erhältlich)
    • Das Strahlgut (Art und Körnung je nach Bedarf wählbar)

    Grundsätzlich kann gesagt werden, dass hochwertige Markengeräte wie zum Beispiel Hochdruckreiniger der Marke Kärcher in jedem Fall für das Nassstrahlen geeignet sind und es hierfür sogar vom Hersteller passende Injektoren (Sandstrahlaufsätze) sowie Strahlgut in unterschiedlichster Körnung gibt. Doch auch sogenannte „No Name Produkte“ können für das Nassstrahlen genutzt werden, solange eine ausreichende Wasserfördermenge (vorzugsweise mind. 10 Liter je Minute) gegeben ist und der Hochdruckreiniger somit die nötige Sogwirkung entfalten kann, um das Streugut mit dem Wassersog zu fördern.

    Strahlmittel und Körnung – Welcher Sand mit welcher Körnung?

    Ähnlich dem klassischen Sandstrahlen mit einem Kompressor bedarf auch das Nassstrahlen mit einem Hochdruckreiniger eines Strahlmittels, welches dem Wasser zugefügt wird und die Strahlwirkung erzeugt. Grundsätzlich kann für das Nassstrahlen beinahe jede Form von Strahlmittel herangezogen werden, jedoch haben sich folgende Strahlmittelarten in der Praxis vielerorts bewährt und werden aus diesem Grunde als zu bevorzugendes Strahlmittel für das Nassstrahlen bezeichnet:

    • Granatsand
    • Schlacke oder Glasperlen
    • Kunststoffstrahlmittel

    Ähnlich dem klassischen Sandstrahlen könnte das Streugut beim Nassstrahlen grundsätzlich in Form von Einwegstahlgut oder aber Mehrwegstrahlgut verwendet werden. Da jedoch beim Nassstrahlen keine Strahlkabine (die das genutzte Strahlgut auffangen würde) genutzt werden kann, ist die Wiederverwendung von Strahlgut mit erheblichem Mehraufwand verbunden. Aus diesem Grund bietet es sich an, als Strahlmittel günstigen Granatsand aus dem Baumarkt zu verwenden. Dieses Strahlmittel ist in unterschiedlichster Körnung erhältlich und kann bedenkenlos nach dem Einsatz zusammengefegt und auf klassischem Wege entsorgt oder aber (wenn gewünscht) eingesammelt, gereinigt und erneut verwendet werden.

    Bei der Auswahl der Körnung sollten Sie in jedem Fall auf die Anforderungen der zu tätigenden Arbeit achten. Soll eine Oberfläche sehr fein bearbeitet werden, ist eine feine Körnung unverzichtbar. Für die Reinigung von Fassaden, Mauern oder aber Bodenflächen bietet sich hingegen eine gröbere Körnung von ca. 0.8 an.

    Unser Spar Tipp für häufige Einsätze!
    Wenn sie Regelmäßig mit dem Hochdruckreiniger Sandstrahlen wollen und das Streugut wiederverwenden möchten, empfehlen wir Ihnen grobkörnigen Granatsand (vorzugsweise in einer Körnung von 0.8) aus dem Baumarkt. Dieses Strahlmittel ist erheblich günstiger als feinkörniges Streugut und reibt sich nach und nach durch den Gebrauch selbst ab. So wird aus dem günstigen groben Streugut kostenlos feiner Streusand der im Neukauf erheblich teurer wäre.

    Schutzbekleidung nicht vergessen!

    Obgleich das Sandstrahlen mit einem Hochdruckreiniger keine Staubentwicklung hervorruft, wie es zum Beispiel ein klassisches Sandstrahlgerät erzeugen würde, sollte die Arbeit niemals ohne entsprechende Schutzbekleidung vorgenommen werden. Denn auch beim Nassstrahlen können die feinen Strahlkörper zum Verletzungsrisiko werden und somit sollten Sie in jedem Fall für den nötigen Schutz sorgen. Um wirklich sicher und verletzungsfrei arbeiten zu können, empfehlen wir folgende Schutzbekleidung:

    Grundsätzlich reicht eine derartige Schutzausstattung bereits, um Mithilfe eines Hochdruckreinigers mit dem Nassstrahlen beginnen zu können. Jedoch empfehlen wir zusätzlich einen Atemschutz, wenn die zu reinigenden Verschmutzungen eine Gesundheitsgefahr (zum Beispiel Schimmelanhaftungen) darstellen können.

    Sandstrahlen mit dem Hochdruckreiniger – So geht’s!

    Fassade reinigen

    Das Nassstrahlen einer Fassade ist kinderleicht, mit einem Hochdruckreiniger!
    © Fotolia: TwilightArtPictures – 41162400

    Hat man alle nötigen Arbeitsutensilien bereitgelegt, kann das Nassstrahlen mit dem Hochdruckreiniger auch schon beginnen. Natürlich gilt es im ersten Schritt den Hochdruckreiniger betriebsbereit zu machen, also am Arbeitsort aufzustellen und mit der nötigen Wasser- wie auch Stromzufuhr zu versehen. Sobald dies getan ist, kann das Strahlmittel (je nach besorgtem Strahlgut zum Beispiel Granatsand) in den Wassertank des Hochdruckreinigers eingefüllt werden. Nun muss nur noch der spezielle Sandstrahlaufsatz aufgesetzt werden und schon kann das Sandstrahlen mit dem Hochdruckreiniger begonnen werden.

    Unser Tipp für leichteres Arbeiten…
    Wenn Sie zum ersten Mal mit einem Hochdruckreiniger Sandstrahlen werden Sie sich eventuell zunächst wundern, dass die Wirkung nicht sofort ersichtlich ist. Das liegt daran, dass das Sand-Wasser-Gemisch allem voran bei der Bearbeitung von Bodenflächen im Gegensatz zum klassischen Druckluftsandstrahlen nicht sofort einen klaren Blick auf die bearbeitete Fläche zulässt. Um das tatsächliche Arbeitsergebnis zu sehen, sollten sie mit klarem Wasser nachspülen … so sehen sie, ob die gewünschte Wirkung bereits erzielt ist, oder ob sie einen weiteren Arbeitsschritt benötigen, um diese zu erreichen!

    Das Sandstrahlen mit dem Hochdruckreiniger ist an sich weder schwer noch kompliziert. Es lässt sich durchaus mit der Reinigung von Böden mit dem Hochdruckreiniger (ohne Sandstrahlgut) vergleichen. Haltung der Strahldüse, Arbeitsabstand und Kontaktdauer sind somit durchaus vergleichbar und müssen in jedem Fall zum Beispiel vom Grad der Verschmutzung abhängig gemacht werden. Denn letztlich ist der Sand als Strahlgut eine Erweiterung der Wirkung des Hochdruckreinigers.

    Ist das gewünschte Ergebnis erreicht, gilt es nach dem Nassstrahlen jedoch noch einiges zu bedenken. So zum Beispiel sollte in jedem Fall mit klarem Wasser die bearbeitete Fläche abgewaschen werde, um die letzten Sandreste zu entfernen. Im Zuge dieser Reinigung kann das verwendete Strahlgut dann auch aufgefegt und entsorgt oder aber für eine weitere Verwendung aufgesammelt werden.

    Nassstrahlen von kleinen Objekten – gewusst wie!

    Wenn sie weder große Wände noch Bodenflächen Nassstrahlen möchten, sondern vielmehr kleinere Gegenstände bearbeiten möchten, ist dies gelegentlich etwas kompliziert. Denn der Wasserdruck bewegt das Objekt ständig und somit ist ein punktgenaues Arbeiten ohne Fixierung nur schwerlich möglich.

    Unser Tipp für Sie…
    Je kleiner die Objekte sind, umso leichter ist die Wiederverwendung des Strahlgutes. Denn mit einer einfachen Wassertonne als Auffangbehälter erhalten sie einen überaus praktischen provisorischen Auffangtank, der mühsame Reinigungsarbeiten nach dem Nassstrahlen unnötig macht!

    Neben der Möglichkeit das Objekt mithilfe diverser Fixierungsmöglichkeiten zu fixieren, kann das zu bearbeitende Objekt auch kurzerhand mit einer Hand festgehalten werden, um es dann zu bestrahlen. Allem voran, wenn Sie das Strahlgut erneut verwenden möchten, bietet es sich hierbei an, eine leere Wassertonne bereitzustellen und das zu bearbeitende Objekt in diese hineinzuhalten. Nun richten Sie den Wasser-Sand-Strahl auf das in der Tonne befindliche Objekt und bestrahlen es. Ist das Ergebnis zufriedenstellend, können Sie nun das Wasser vorsichtig auskippen und das am Boden der Tonne befindliche Strahlgut zur Reinigung und Trocknung entnehmen.

    Nachhaltig Nassstrahlen – so können sie das Strahlgut wiederverwenden!

    Wer schon einmal trocken oder Nass mittels Sandstrahlen gearbeitet hat, der weiß, diese Form der Arbeit ist mit enormen Materialverbrauch verbunden. Denn schon kleine Arbeitsflächen benötigen erhebliche Mengen an Strahlgut und je größer die zu bearbeitende Fläche ist, umso größer ist naturgemäß der Bedarf an Strahlgut. Nachhaltigkeit ist hierbei also nicht nur für die Umwelt von Vorteil, sondern auch für den eigenen Geldbeutel. Doch wie kann man beim Nassstrahlen nachhaltig mit dem Streugut umgehen? Nun das geht ganz einfach…

    Denn wer nachhaltig Nassstrahlen möchte, der muss nach dem Arbeiten mit dem Nassstrahlgerät einfach die zurückgebliebenen nassen Sandmengen auffegen und diese von Verunreinigungen durch die Arbeit oder die am Boden befindlichen Schmutzstoffe reinigen, um sie dann erneut nutzen zu können. Das ist auch ganz einfach, denn es reicht, wenn das (bestenfalls bereits trockene) Streumittel ausgesiebt wird, um es erneut nutzen zu können. So können Sie die Kostenbelastung für das Streugut erheblich reduzieren und zeitgleich etwas für die Umwelt tun. Denn Streugut, dass mehrfach genutzt wird, belastet unsere Natur weniger durch die Entsorgung, als sogenanntes Einmalstreugut, dass direkt nach der ersten Verwendung entsorgt wird.

    Sandstrahlen mit Hochdruckreiniger – so leicht geht das Nassstrahlen!
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