Nicht nur Kaffee wird vermehrt als Coffee-to-go genossen. Auch die Angebote an fertig portionierten Lebensmitteln für den schnellen Genuss zwischendurch werden mehr – aber damit auch die Müllberge. Bergeweise gibt es Produkte aus aller Welt im Supermarkt. Avocados aus Spanien, Weintrauben aus Südafrika oder Spargel aus Peru. Und das zu jeder Jahreszeit. Muss das alles wirklich sein? Wer regional einkauft, schont nicht nur die Umwelt, sondern auch seinen Geldbeutel. Und profitiert in vielfältiger weiterer Hinsicht …

Kuh statt Tiger

Wer Kinder hat, kann kaum einen spannenderen und gleichzeitig pädagogisch wertvolleren Vormittag verbringen als mit einem Wochenmarkt-Besuch. Stände mit frischem Obst und Gemüse, in teils noch sandigen Kisten, und beim Kaufen wird gefeilscht… Gesund ist es auch noch, was mitgenommen wird – wer sagt, dass Kinder keinen Spinat mögen?

Noch aufregender ist ein Rundgang auf einem Bauernhof mit eigenem Hofladen: Vielleicht wird ja hinten auf den Feldern gerade der Spargel gestochen, der dann in all seiner Frische angeboten wird? Auch lernen die Kleinen alles darüber, woher ihre Milch kommt, wie Käse hergestellt wird – und ihre Umwelt zu schätzen. Es müssen nicht immer fremdländische Zootiere sein. Manchmal liegt das Gute wirklich nah!

Einheimisch statt exotisch

Mag auch das Fernweh rufen – ein Urlaub vor der Haustür kann nicht nur kulturell ebenso interessant sein wie in entfernte Länder. Er stärkt auch die heimische Wirtschaft. Nicht anders verhält es sich mit Lebensmitteln: Wer lokal einkauft, unterstützt Betriebe in der Region und kann durch einen Direkterwerb beim Hersteller sogar persönliche Beziehungen knüpfen. Auch die Transparenz der Lieferkette, die Zuverlässigkeit der Produzenten, die Qualität der Lebensmittel lassen sich bei Eiern direkt vom Huhn, Brot direkt von der Mühle, Blumenkohl direkt vom Feld nicht überbieten. Dabei profitiert nicht nur das heimische Unternehmen, sondern auch der eigene Geldbeutel: Ohne Verpackungs-, Transport- und Lagergebühren kann hochwertige Qualität zu günstigen Preisen erworben werden.

Kurze Wege statt Treibhausgas

Dies ist der nächste Punkt, der für den Kauf regionaler Lebensmittel spricht: Landet die Gurke direkt in der Kiste und dann auf dem Teller, benötigt sie keine Kunststoffumhüllung. Ohne Transportwege werden CO²-Emissionen reduziert, ein Anbau auf freiem Land verursacht weit weniger Treibhausgase als die Züchtung von Lebensmitteln in Gewächshäusern. Auch die Schadstoffbelastung in Boden und Grundwasser lässt sich transparent nachvollziehen – und wer hier sogar auf Bioanbau setzt, muss sich um die Verwendung möglicher Pestizide gar keine Sorgen machen.

Saisonal statt jederzeit

Wer immer alles haben kann, dem wird irgendwann langweilig. Ist es nicht viel schöner, sich endlich auf die Spargelsaison zu freuen, auf die ersten Erdbeeren oder den Rotkohl zu Weihnachten? Die jeweilige Menüabfolge wird spannender mit saisonalen Produkten – von deren Geschmack gar nicht zu reden: Je schneller etwas in der Schüssel landet, desto vitaminreicher ist es noch. Dabei muss sich niemand sorgen, dass es an Abwechslung fehlt: Mit heimischen Lebensmitteln lassen sich zu jeder Jahreszeit vielfältige Speisen zubereiten.

Gesund statt geschmacklos

Superfood wie Goji-Beeren, Chia-Samen oder Cacao-Nibs – muss das wirklich alles sein? Mindestens ebenso viele Vitamine und Mineralstoffe stecken in heimischen Lebensmitteln. Allein der Erntezeitpunkt garantiert ein volles Aroma. Werden Obst und Gemüsesorten aus fernen Ländern wegen der langen Transportwege oftmals absichtlich zu früh geerntet, bleiben die Nährstoffe in heimischen Produkten sämtlich erhalten und tragen so zu einer wichtigen gesunden Lebensweise bei.