Alle Jahre wieder, wenn der Frühling sich ankündigt und die ersten Arbeiten im Freien geplant werden wollen, wir ein Thema unter Gärtnern viel diskutiert. Der perfekte Rasen und wie man ihn endlich bekommt. Fast scheint es, als wäre es eine Wissenschaft für sich und doch kann es ganz einfach sein. Ein perfekter Rasen ist nichts, das nur mit Rollrasen möglich ist. Man muss nur wissen, worauf es ankommt, um den perfekten Rasen zu erhalten.

Ein perfekter Rasen – simple Theorie mit Problemen in der Praxis

Der perfekte Rasen, satt Grün und schön gepflegt, ist er nicht nur schön anzusehen, nein er wertet auch jedes Haus, jeden Garten und jedes Grundstück optisch auf. Ganz gleich ob für den Garten als Spielfläche für die lieben Kleinen oder als stilvolles Element in der Gestaltung des Außenbereichs. Ein perfekter Rasen ist genau das, was viele sich wünschen und zumindest in der Theorie sehr einfach und simple ermöglicht werden kann.

Denn für einen perfekten Rasen braucht es theoretisch:

  • Eine vorbereitete Rasenfläche.
  • Rasensamen auf dem Gartencenter oder Baumarkt.
  • Regelmäßige Pflege in Form von Bewässerung und Düngung des Rasens.

Doch wie so oft im Leben sind Theorie und Praxis nicht immer ohne Probleme vereinbar. Nicht selten ist es das ungleichmäßige Wachstum der einzelnen Grashalme. Die Ausbreitung von ungewünschten Pflanzen (Unkraut) oder die Entstehung von dunklen Flecken im Rasenbild, die aus der einfachen Theorie des perfekten Rasens, ein klassisches Problem werden lässt. Doch woran liegt das? Ist es wirklich nur die falsche Bewässerung oder sind auch andere Aspekte wichtig, um einen wirklich schönen und gepflegten Rasen zu erhalten?

Vier einfache Schritte zum perfekten Rasen

4 Schritte zum perfekten Rasen

In 4 einfachen Schritten läßt sich der perfekte Rasen umsetzen!
Foto: © pixabay / Counselling

Grundsätzlich braucht ein schöner und perfekt gewachsener Rasen natürlich ein wenig mehr Aufwand, als wild wachsende Wiesen. Der Grundstein eines perfekten Rasens ist die Vorbereitung des Bodens. Im Anschluss gilt es, den Rasensamen auszusäen und mit richtiger Bewässerung und regelmäßiger Düngung das Rasenbild beständig zu pflegen. Nur so kann aus einer schlichten Wiese ein wirklich perfekter Rasen werden.

Um all dies umzusetzen, braucht es grundsätzlich nur vier einfache Schritte. Da der perfekte Rasen jedoch für viele Gärtner gerne einmal zum Problem wird, haben wir eine Anleitung für das perfekte Rasenbild erstellt. Und so geht’s …

Schritt 1 – Die Vorbereitung des Bodens

Der erste Schritt hin zu einem perfekten und schönen Rasen ist die Vorbereitung des Bodens. Im Idealfall wird bereits im Herbst die geplante Rasenfläche vorbereitet. Hierbei wird zunächst der ursprüngliche Boden umgegraben von und Pflanzenresten befreit. Achten Sie hierbei auch darauf, Wurzelreste zu entfernen, da diese sich ansonsten im Frühling wieder mit dem Erdreich vereinen.

Bereits im Herbst sollte:

  • Die künftige Rasenfläche umgegraben werden.
  • Pflanzenreste inkl. Wurzeln entfernt werden.

Ist die künftige Rasenfläche so weit vorbereitet, kann die Muttererde, nachdem sie mithilfe von einem Rechnen begradigt, werden über den Winter hinweg ruhen und so ein gleichmäßiges Ganzes bilden. Im Frühjahr (vorzugsweise im März oder April) gilt es den Boden erneut umzustechen und somit aufzulockern.

Im Frühjahr sollte:

  • Der Mutterboden gelockert werden.
  • Der PH-Wert und die Erdbeschaffenheit geprüft werden.
  • Fehlende Nährstoffe im Erdreich durch Einbringung frischer Erde aufgewertet werden.

Nun gilt es zudem darauf zu achten, dass der Boden nicht zu schwer wird. Wenn ein hoher Ton- oder Lehmanteil enthalten ist, sollte die künftige Rasenfläche in jedem Fall mit zugekaufter Muttererde vermengt werden, um so die perfekte Grundlage für den perfekten Rasen zu schaffen. Auch der PH-Wert ist im Zuge dieses Vorbereitungsschritts entscheidend und sollte man mithilfe eines PH-Tests aus dem Baumarkt den aktuellen PH-Wert überprüfen und gegebenenfalls einen zu hohen Säureanteil im Erdreich ausgleichen.

Schritt 2 – Feinplanieren für den perfekten Rasen

Feinplanieren für den perfekten Rasen

Foto: © pixabay / glamourboys

Ist die künftige Rasenfläche vorbereitet und verfügt der Mutterboden über ausreichend Nährstoffe und einen akzeptablen PH-Wert, wird es Zeit für das Feinplanieren der Rasenfläche. Nun wird es ein wenig Zeitintensiver.

Im ersten Schritt müssen grobe Erdklumpen zermahlen oder zerkleinert und somit eine gleichmäßige Erdbeschaffenheit gewährleistet werden. Im Anschluss wird die gesamte künftige Rasenfläche mit einem Gartenrechnen vorbereitet. Sollte es noch sichtbare Unebenheiten im Boden geben, können diese zum Beispiel durch die Zuhilfenahme einer Holzlatte ausgeglichen werden.

WICHTIG Der Boden muss gerade und gleichmäßig sein, nur so erhalten sie später einen wirklich perfekten Rasen. Nehmen Sie sich also ausreichend Zeit und gleichen sie Unebenheiten aus. Wer an dieser Stelle schlampig arbeitet, wird am Ende keinen schönen Rasen erhalten!

Schritt 3 – Die Aussaat der Rasensamen

Ist die Vorbereitung des Bodens abgeschlossen, gilt es den Rasensamen auszusäen und somit die Grundlage des perfekten Rasens abzuschließen. Allem voran die Wahl des Rasensamens kann hierbei bereits entscheidend sein. Denn Gartencenter und Baumärkte bieten unterschiedliche Rasensamen an. Achten Sie somit schon bei der Auswahl des Samens darauf, dass dieser Ihren Wünschen und Vorstellungen entspricht.

Ausgesät wird der Rasen schließlich je nach Wetterlage zwischen April und Mitte Juni. Für die Aussaat im Herbst sollte ein Termin zwischen Mitte August und Anfang Oktober gewählt werden. Zudem sollte für die Aussaat ein Tag gewählt werden, an dem weder übermäßige Nässe noch große Hitze vorherrscht. Ein bewölkter aber trockener Tag ist nahezu perfekt für die Aussaat des Rasensamens.

Die Aussaat erfolgt:

  • Zwischen April und Mitte Juni
  • Zwischen Mitte August und Anfang Oktober
  • Bestenfalls an einem bewölkten, windstillen und trockenen Tag.

Für die Aussaat als solches braucht es neben dem Rasensamen natürlich noch ein wenig Gartenzubehör. Denn obgleich kleine Rasenflächen durchaus per Hand angesät werden können, empfiehlt sich die Verwendung eines sogenannten Streuwagens. Mithilfe dieses Gerätes (kann bereits ab ca. 25,00 EUR im Baumarkt gekauft werden) wird der Rasensamen gleichmäßig auf das Erdreich aufgetragen. Achten Sie hierbei darauf, dass an windigen Tagen das Saatgut nicht vom Wind vertragen wird, dies würde zu einem unregelmäßigen Rasenwachstum führen und unnötig Saatgut verschwenden.

TIPP Je gleichmäßiger der Rasensamen ausgebracht wird, umso enger und gleichmäßiger wird der Rasen schließlich wachsen. Lassen Sie sich zeit und nutzen sie wenn möglich einen Saatwagen, um den Rasensamen gleichmäßig auszusähen.

Ist die eigentliche Aussaat erfolgt, gilt es im nächsten Schritt die empfindlichen Rasensamen mithilfe eine Rechens oder einer sogenannten Sternradwalze in das Erdreich einzudrücken. Als Richtwert gilt hierbei, dass der Samen maximal 1 Zentimeter tief eingebracht werden soll. Im Anschluss wird die gesamte künftige Rasenfläche noch mithilfe einer Walze oder (alternativ möglich) eines Holzbrettes verdichtet.

ACHTUNG Verdichten Sie den Boden nicht zu sehr. Das Erdreich soll verdichtet werden, jedoch nicht gepresst werden. Ein hilfreicher Trick, zur Überprüfung der korrekten Verdichtung ist der Daumentest. Einfach mit dem Daumen auf das Erdreich drücken. Lässt sich die Erde noch eindrücken ist richtig verdichtet, entsteht kaum oder kein Abdruck ist der Boden zu stark verdichtet und sollte unbedingt vorsichtig gelockert werden!

Schritt 4 – Pflege und Wässerung des Rasens

Im letzten Schritt hin zu einem wirklich perfekten Rasen gilt es, den frisch angesäten Rasen zu wässern und mit wichtigen Nährstoffen zu versorgen. Hierbei gilt allem voran, dass der frisch gesäte Rasen in den ersten drei Wochen nach der Aussaat gleichmäßig und beständig mit Feuchtigkeit versorgt werden muss. Denn ohne ein ausreichendes und regelmäßiges Maß an Wasser ist das Wachstum der empfindlichen Rasenhalme nur verzögert möglich.

Je nach Wetterlage sollte man in den ersten drei Wochen nach der Aussaat:

  • Den Rasen bis zu drei Mal täglich ausreichend wässern.
  • Dem Rasen wenn nötig wichtige Nährstoffe über die Bewässerung zur Verfügung stellen.
  • Darauf achten das weder Trockenheit noch zu große Feuchtigkeit das Wachstum des Rasens behindert.

Die ersten drei Wochen nach der Aussaat sind also entscheidend, für das Wachstum des Rasens sowie dessen Optik. Verzichten Sie tunlichst auf frühzeitiges Mähen oder das Betreten der Rasenfläche in den ersten zwei bis drei Wochen nach der Aussaat. Ein erster Schnitt ist in der Regel erst nötig, wenn die Rasenhalme eine Höhe von rund 7 – 10 Zentimeter erreicht haben. Bis zu diesem Zeitpunkt sollten Sie den Rasen auch nicht betreten.

Das Mähen und Betreten des Rasens wird nötig wenn:

  • Die Rasenhalme eine Höhe von rund 7-10 cm erreicht haben.

Für den ersten Schnitt empfiehlt sich eine Schnitthöhe von 5 cm, wobei 4 cm als Mindestschnitthöhe angesehen werden können. Zudem sollten sie vor dem ersten Mähen dafür Sorge tragen, dass die Klingen Ihres Rasenmähers gut geschärft sind und die Rasenhalme nicht unnötig gepresst oder gequetscht werden.

Richtige Rasenpflege – Ein perfekter Rasen will gehegt werden!

Mit der Aussaat des neuen Rasens ist der Wunsch von einem perfekten Rasen noch lange nicht erfüllt. Denn selbst nach der Pflege in den ersten Wochen gilt es, einen Rasen regelmäßig zu pflegen und zu hegen. So unscheinbar das regelmäßige Rasenmähen und Bewässern auch sein mag, letztlich sind diese Aspekte und Maßnahmen entscheidend, wenn es gilt, einen schönen, gepflegten und somit perfekten Rasen zu erhalten. Worauf gilt es also zu achten, wenn man seinen Rasen richtig pflegen möchte?

Tipps zum richtig düngen und bewässern – so bleibt der Rasen schön!

So wässert man einen Rasen richtig

Richtig bewässert wird jeder Rasen zum perfekten Rasen!
Foto: © pixabay / Counselling

Der wohl wichtigste Aspekt im Garten – unabhängig, ob es nun um den Rasen, das Obst oder Gemüse oder die Bäume und Sträucher geht – ist das richtige Düngen und Bewässern. Rasen ist an sich ein sehr genügsames Gewächs. Es übersteht große Hitze ebenso wie extreme Nässe. Jedoch nehmen die Wettereinflüsse durchaus schnell ersichtlichen Einfluss auf das Rasenbild.

Entsprechend wichtig ist es allem voran in den heißen Sommermonaten den Rasen richtig zu wässern. In vielen Gärten wird die Wiese üblicherweise am Abend gewässert. Grund dafür ist die Annahme, dass gegen Abend die Hitze verschwunden ist und das Erdreich ausreichend Zeit haben wird, um das Wasser aufzunehmen. Doch so korrekt diese Annahme ist, so falsch ist es, nur abends die Wiese zu wässern. Wichtig und richtig wäre es, den Rasen morgens ausreichend mit Feuchtigkeit zu versorgen und in den späten Nachmittagsstunden erneut zu wässern.

Wiesen und Rasen sollte man:

  • Je nach Wetterlage 2 Mal täglich bewässern.
  • Einmal in den Morgenstunden wässern.
  • Einmal in den frühen Abendstunden wässern.
  • Niemals zu stark bewässern (es dürfen keine Pfützen stehen bleiben!)
  • Niemals für mehrere Tage im Voraus wässern!

Will man seinen Rasen wirklich richtig und korrekt bewässern, ist das starke Wässern nach heißen Sommertagen denkbar falsch. Grund hierfür ist die Bodenbeschaffenheit nach einem heißen Sommertag. Die Erde ist staubtrocken und unfähig ausreichende Wassermengen aufzunehmen. So bleibt oftmals ein Teil des Wassers an der Erdoberfläche stehen und sorgt im schlimmsten Fall für Schädigungen an den Pflanzen. Schimmelbefall ist hierbei nur eine von vielen Gefahren. Es kann auch vorkommen, dass die Grashalme schlicht weg vermodern und braun werden.

Richtig wässern bedeute also gleichmäßig und regelmäßig an das aktuelle Wetter angepasst der Wiese die Feuchtigkeit zu liefern, die sie benötigt. An heißen Sommertagen sollte man zwei Mal täglich wässern. Im Frühsommer oder Spätsommer kann zudem auch im Laufe des Tages gewässert werden. Doch Achtung! Bei großer Hitze darf nicht während des Tages gewässert werden, da ansonsten eine Verbrennungsgefahr der empfindlichen Grashalme eintritt.

Ähnlich verhält es sich im Übrigen mit dem Düngen. Klassischerweise wird ein bis zwei Mal im Jahr der gesamte Garten und somit natürlich auch der Rasen gedüngt. Doch düngen zu einem fest vorgeschriebenen Zeitpunkt ist werde nötig noch in der Regel gut. Gedüngt sollte immer dann werden, wenn die Natur ein wenig Hilfe benötigt.

Der Rasen sollte gedüngt werden wenn:

  • Der PH-Wert und die Nährstoffe im Boden unter die üblichen Grenzwerte fallen.
  • Sichtbare Spuren von Nährstoffmangel am Rasen ersichtlich ist.

Vor dem Düngen sollte man also eine Bodenprobe nehmen und mithilfe eines Tests aus dem Baumarkt den Düngebedarf ermitteln. So düngen Sie garantiert nur dann, wenn Ihr Rasen ein wenig mehr an Nährstoffen benötigt. Das spart Geld und schont die Natur!

Tipps zum mähen des Rasens – So bleibt der Rasen schön!

Doch nicht nur ausreichend Wasser und Nährstoffe braucht eine Wiese, um schön zu wachsen. Nein auch das richtige Mähen ist entscheidend für einen perfekten Rasen. Wichtig ist natürlich immer, dass ein Rasen bestmöglich gemäht wird. Dies bezieht sich allem voran auf die Qualität der Schneidemesser eines Rasenmähers. Regelmäßig nach geschliffen, ermöglicht selbst ein günstiger Rasenmäher ein perfektes Schnittbild, welches dem Gras in seinem Wachstum zugutehält.

Für das richtige Rasenmähen brauchen Sie:

  • Einen Rasenmäher mit scharfen Klingen.
  • Die richtige Schnitthöhe angepasst an Boden und Halmhöhe.
  • Die richtige Technik für ein schonendes Mähen der Grashalme.

Doch neben einer scharfen Klinge und der korrekt eingestellten Schnitthöhe (die wird anhand der Bodenbeschaffenheit sowie Halmhöhe eingestellt) gilt es auch die richtige Technik einzusetzen. Es macht keinen Sinn den Rasenmäher mit Druck und Gewalt über die Wiese zu schieben. Richtiges Rasenmähen geht ohne Druck. Achten Sie also darauf, sich die nötige Zeit für das Mähen Ihrer Wiese zu nehmen und mit gleichmäßiger Geschwindigkeit das Gras zu mähen.

Regelmäßig Vertikutieren, wenn das Rasenbild nicht perfekt ist

Der letzte Tipp für den perfekten Rasen ist das regelmäßige Vertikutieren. Doch was ist das und warum ist es so entscheidend für ein schönes Grasbild? Grundsätzlich bezeichnet man mit dem Begriff vertikutieren das Aufreißen der Grasnarbe und das Auflockern eben dieser.

Mithilfe professioneller Gerätschaften lockert man im Zuge des Vertikutierens einerseits den Boden, um so eine bessere Luftdurchlässigkeit zu gewährleisten. Andererseits werden jedoch auch Unkraut und Moosbewachs im Gras an gelockert und können im Anschluss per Hand problemlos entfernt werden.

Regelmäßig angewandt ermöglicht das Vertikutieren einen wirklich perfekten und schön gepflegten Rasen ohne diesen, Jahr für Jahr neu ansäen zu müssen. Mit ein wenig Arbeit verbunden und bestenfalls einmal im Frühjahr und einmal im Spätsommer vorgenommen ermöglicht diese Pflegemaßnahme also ein perfektes Wachstum Ihres Rasens und die über viele Jahre beständige schöne Optik eines einer gepflegten Wiese.

TIPP: Wenn ihr Rasen etwas dünn geworden ist, können sie nach dem Vertikutieren Rasensamen nachsähen und die Wiese im Anschluss wässern. So verdichtet sich das Gras auf natürliche Art und Weise und sie sparen sich viel Zeit und Arbeit mit ihrer Wiese!

Weiterführende Informationen:

Ein perfekter Rasen – so einfach bekommt man ihn!
4.3 (85%) 4 votes