Im Leben verläuft nicht immer alles nach Plan. Dasselbe gilt für Betriebe. Die Landwirtschaft ist sehr stark vom Wetter und den aktuellen Marktpreisen abhängig. Diese Abhängigkeit kann eine finanziell schwierige Zeit noch zusätzlich erschweren. Manchmal ist es kurzfristig notwendig, eine größere Rechnung zu bezahlen und eine Investition zu tätigen. Wenn der dafür notwendige Betrag nicht zur Verfügung steht, kommt es leicht zu einem finanziellen Engpass.

Liquiditätsentwicklung planen

Die Märkte für landwirtschaftliche Produkte sind volatil, die Preise schwanken sehr stark. Um damit nicht in finanzielle Probleme zu geraten, ist es sinnvoll, dass sich Landwirte und Betriebsleiter mit der Liquiditätsplanung befassen, so eine Empfehlung der Landwirtschaftskammer Niedersachsen. Das kann jeder selbst tun oder mithilfe eines betriebswirtschaftlichen Beraters. Die Liquiditätsplanung zählt zu den zentralen Steuerungsinstrumenten in der Betriebsführung und bildet alle betrieblichen Zahlungsströme monatsweise ab. In schwierigen Zeiten lassen sich daraus wesentliche Hinweise ableiten. Folgendes lässt sich dabei erkennen:

  • Welche Tendenz über die letzten zwölf Monate ist erkennbar?
  • Welches sind die kritischen Monate?
  • Welcher Finanzierungsrahmen ist für den Betrieb notwendig?
  • Wann besteht Liquiditätsüberschuss?
  • Wann kann es finanziell eng werden?

Pünktliche Bezahlung fordern

Rundballenpresse Lohnunternehmen

Wer Lohnarbeiten für andere Landwirte erbringt, sollte darauf achten, dass die ausstehenden Rechnungen zeitnah bezahlt werden. Wer hier zu lange wartet, kann leicht selbst in finanzielle Schwierigkeiten kommen.

Liquiditätsengpässe entstehen sehr häufig, weil die Kunden ihre Rechnungen nicht pünktlich zahlen. Ausstehende Einnahmen, beispielsweise für erbrachte Lohnarbeiten, können ein großes Loch in die Kasse reißen und die aktuelle Lage verschärfen. Deshalb ist es sehr wichtig, auf eine pünktliche Bezahlung zu drängen und die Kunden entsprechend an die Bezahlung zu erinnern.

Pfandkredite für kurzfristige Liquidität

Kurzfristig Geld bei einer Bank zu leihen, ist nicht immer ganz einfach. Häufig fehlt die entsprechende Sicherheit. Gerade wenn es sich nur um die kurzfristige Überbrückung eines finanziellen Engpasses handelt, kann das sehr ärgerlich sein. Hier kann ein Pfandkredit die Lösung sein. In den meisten landwirtschaftlichen Betrieben sind die genutzten Maschinen Betriebseigentum. Sie eignen sich hervorragend als Sicherheit für einen kurzfristigen Kredit, der unbürokratisch und ohne Schufa-Abfrage gewährt wird.

Pfando bietet seinen Gewerbekunden eine Lösung nach dem Cash-&-Drive-Prinzip an. Das Prinzip ist nicht ganz wie bei einem klassischen Pfandkredit, bei dem der Wertgegenstand als Pfand dient und beim Pfandleiher verbleibt, bis das Geld zurückgezahlt ist. Auf diese Weise hat der Pfandleiher eine Sicherheit, die er bei Zahlungsausfall direkt verwerten kann. Bei einer Maschine, die für die tägliche Arbeit notwendig ist, würde das zu noch mehr finanziellen Schwierigkeiten führen. Bei Pfando funktioniert das etwas anders. Mit der sogenannten Weiterfahroption können landwirtschaftliche Betriebe kurzfristige Liquidität bekommen und gleichzeitig ihre Maschinen weiternutzen.

Zeitnahe Vermarktung der Ernte

Wenn der Betrieb eh schon finanziell sehr knapp bei Kasse ist, sollten Landwirte ihre Ernten sehr zeitnah vermarkten. Das gilt auch, wenn damit nicht der beste Preis zu erzielen ist. Die Liquidität ist in diesem Fall wichtiger als die Rentabilität. Außerdem ist die Hoffnung auf einen höheren Preis wie eine Wette und der Ausgang ist unsicher.

Mit dem Steuerberater besprechen

Bereits wenn es sich andeutet, dass die Gewinne rückläufig sein werden, ist es zu empfehlen, ein Gespräch mit dem Steuerberater zu suchen. Er kennt Möglichkeiten, um beispielsweise die Steuervorauszahlungen zu mindern oder bereits fällige Steuerzahlungen stunden zu lassen.

Verschieben von Investitionen

Wenn eine anstehende Investition, beispielsweise in die neue Stallbelüftung, noch Zeit hat, sollte sie zu einem späteren Zeitpunkt vorgenommen werden, um die Liquiditätssituation nicht noch weiter zu verschlechtern. Das gilt vor allem für kleine Ersatz- oder Wachstumsinvestitionen, die aus Eigenmitteln finanziert werden sollten. Von marktbedingten, kurzfristigen Liquiditätsentwicklungen unberührt bleiben strategische Überlegungen zum Betriebswachstum. Denn bis beispielsweise das Projekt Stallneubau realisiert wird, ist die gegenwärtige finanzielle Situation wahrscheinlich längst überwunden.

Frühzeitig mit der Bank Kontakt aufnehmen

Sobald sich eine finanzielle Krise abzeichnet, ist es notwendig, mit der Bank Kontakt aufzunehmen. Hier lassen sich Anpassungen am betrieblichen Finanzierungsrahmen vornehmen. Das kann kurzfristig wieder Liquidität verschaffen. Es ist besser mit der Bank zu reden, bevor die ersten Probleme auftauchen. Viele Betriebsleiter machen den Fehler, dass sie erst den Kontakt zur Bank suchen, wenn es finanziell schon sehr eng geworden ist und Überziehungen aufgelaufen sind. Dann müssen sie notgedrungen nach einer Ausweitung der Betriebsmittelfinanzierung fragen. Ist das Geschäftskonto bereits stark überzogen, verschlechtert das die Verhandlungsposition enorm. Beim Bankgespräch ist es sinnvoll, genau aufzuzeigen, weshalb es zu den Problemen gekommen ist.

Gründe für den erhöhten Liquiditätsbedarf sind

  • sehr niedrige Marktpreise,
  • betriebliches Wachstum
  • und strukturelle Probleme.

Mit der Bank richtig kommunizieren

Die Gründe für den Liquiditätsbedarf sind in der Bewertung durch die Bank sehr unterschiedlich. Einige Gründe haben keine strukturellen Ursachen. Die Finanzierung von Wachstum ist eine betriebliche Notwendigkeit. Erhöhter Liquiditätsbedarf durch sinkende Preise liegt meist nicht in der Hand des Betriebes. Wenn ansonsten alles in Ordnung ist, spricht nur sehr wenig gegen eine finanzielle Hilfestellung durch die Bank.

Sind strukturelle Gründe für den finanziellen Engpass verantwortlich, gilt es nach Lösungen zu suchen. Wer hier direkt signalisiert, dass er sich der Situation stellen wird, kann in der Regel mit der Kooperationsbereitschaft seiner Bank rechnen.

Wenn alles nichts hilft – Umschuldung erwägen

Häufig sind hohe Kapitaldienste in guten Jahren entstanden, weil die Laufzeiten für die Finanzierung sehr kurz gewählt sind. In weniger guten Zeiten kann sich die Liquiditätslage durch die hohen monatlichen Zahlungen erheblich verschlechtern. Wenn das der Fall ist, ist Handeln angesagt. Mit Zustimmung der Bank ist eine Umschuldung eventuell sinnvoll. Durch längere Laufzeiten lassen sich die monatlichen Zahlungen reduzieren und es entsteht die dringend notwendige Liquidität.