Eine nachhaltige Landbewirtschaftung als Basis für eine gesunde und hochwertige Ernährung. Der Trend hin zu den sogenannten Biolebensmitteln kam in Österreich schleichend auf, verbreitete sich zunächst nur nach und nach. Doch in der heutigen Zeit stellen Lebensmittel aus biologischer Landwirtschaft einen Trend mit vielen Vorzügen und Besonderheiten dar und das nicht nur für den Verbraucher. Doch was genau sind Biolebensmittel und was hat es auf sich, mit all den Vorschriften, Regulierungen, Gütesiegeln und Förderungen rund um den biologisch korrekten Anbau von Obst und Gemüse?

Was ist Bio?

Biolebensmittel sind Lebensmittel, die gemäß hohen biologischen Ansprüchen erzeugt werden.Foto: © pixabay / valenciamarkyv69

Biolebensmittel sind Lebensmittel, die gemäß hohen biologischen Ansprüchen erzeugt werden.Foto: © pixabay / valenciamarkyv69

Es ist eines der ganz großen Schlagworte unserer Zeit. Bio. Doch was genau ist Bio? Ist es nur die biologische Landbewirtschaftung oder mehr? Die schlichte Antwort auf diese Frage ist. Nein, es ist nicht nur die biologische Landbewirtschaftung. Die biologische Landwirtschaft – die mitunter auch als organisch-biologische“, „biologisch-dynamische“ oder „ökologische“ Landwirtschaft bezeichnet werden kann – ist weit mehr. Sie folgt festen Prinzipien und rühmt sich mit Recht der artgerechten Tierhaltung und umweltschonenden Produktion von Lebensmitteln. Denn die biologische Landbewirtschaftung folgt sechs klaren Prinzipien und diese sind:

  • Die artgerechte Haltung von Tieren
  • Der möglichst geschlossene natürliche Kreislauf
  • Die Ernährung des Bodens und nicht der Pflanzen
  • Der möglichst geringe Einsatz von Fremdenergie
  • Die umweltschonende landwirtschaftliche Bewirtschaftung
  • Die Nutzung von natürlichen Selbstregulierungsmechanismen

Diese auf den ersten Blick hin sehr simplen Grundsätze der biologischen Landwirtschaft sind es, die die Basis aller Bio Produkte schafft. Denn ganz gleich, ob nun Lebensmittel oder Produkte für die weitere Verarbeitung erwirtschaftet werden, die Bezeichnung Bio steht für eine artgerechte, umweltschonende und zukunftsweisende landwirtschaftliche Bewirtschaftung.

Worauf müssen Biobauern achten?

Biobauern müssen in Österreich zahlreiche Richtlinien beachten und erfüllen! Foto: © pixabay / hfossmark

Biobauern müssen in Österreich zahlreiche Richtlinien beachten und erfüllen!Foto: © pixabay / hfossmark

Verschreibt sich ein Landwirt der biologischen Landwirtschaft, so gilt es, viele der modernen landwirtschaftlichen Möglichkeiten beiseitezuschieben. Der natürliche Anbau von Obst und Gemüse sowie die Produktion von Bio Fleisch aus artgerechter Haltung erfordern Fachwissen und Einsatzbereitschaft. Es beginnt bei der natürlichen Schädlingsbekämpfung ganz ohne Pestizide und chemischen Mitteln, geht über die richtige Fütterung der Nutztiere und endet beim rigorosen Verzicht auf genetisch verändertes Saatgut.

Biobauern müssen:

  • Eine biologische Landwirtschaft gewährleisten.
  • Sich strengen Auflagen und Voraussetzungen beugen.
  • Regelmäßige Kontrollen durch das Landwirtschaftsministerium bestehen.
  • Auf den Einsatz von Gentechnik / genetisch veränderten Saatgut verzichten.
  • Nutztiere mit Biofutter versorgen (Ausnahme Umstellungsfuttermittel)

Im Gegensatz zur konventionellen Landwirtschaft müssen Biobauern sich bewusst mit den Abläufen und Zusammenhängen aller relevanten Aspekte der natürlichen Landwirtschaft beschäftigen. Der Bauer muss verstehen lernen wie von der Aussaat bis zur Ernte einzelne Mechanismen das Wachstum der Pflanzen beeinflussen und welche Einflüsse das Futter sowie die Umwelt auf die Tierhaltung nehmen kann. Es ist die Rückkehr zur bewussten und umweltschonenden Landwirtschaft. Die Entscheidung für hochwertige Produkte, die letztlich mit viel Mühe produziert werden, jedoch auch mehr und mehr vom Konsumenten mit fairen Preisen honoriert werden.

Was noch vor wenigen Generationen jedem Bauern bewusst war, muss heute vielerorts neu gelernt werden. Natürliches Futter und ausreichend Weidefläche für die Nutztiere. Die richtige und vor allem abwechslungsreiche Aussaat für eine gesunde und reichhaltige Fruchtfolge und Ernte. Der Verzicht auf genetisch verändertes Saatgut und Gentechnik im Allgemeinen. All diese Aspekte nehmen Einfluss auf die Qualität und Wertigkeit der produzierten Lebensmittel.

Kontrollen und Kennzeichnungen für BIO Lebensmittel

Der Anbau von Biolebensmitteln unterliegt in der EU strengen Richtlinien und Kontrollen.Foto: © pixabay / ecoyou

Der Anbau von Biolebensmitteln unterliegt in der EU strengen Richtlinien und Kontrollen.Foto: © pixabay / ecoyou

Am Ende all der Mühen, die ein Biobauer auf sich nehmen muss, um seine Landwirtschaft wirklich umweltschonend, artgerecht und ökologisch zu bewirtschaften stehen die vielen Kennzeichnungen und Gütesiegel, die durch strenge Kontrollen und europaweit einheitliche Richtlinien gewährleistet sind. Zahlreiche Verbände und Handelsketten aber auch Institutionen wie der Agrarmarkt Austria (AMA) kontrollieren die Einhaltung wichtiger Richtlinien und vergeben Gütesiegel wie das bekannte AMA-Gütesiegel.

Zu den bekanntesten Gütesiegeln zählen:

  • Das AMA-Biozeichen ohne Ursprungsangabe
  • Das AMA-Biozeichen mit Ursprungsangabe „Austria“
  • Das EU-Bio-Logo (muss im Falle von Bioprodukten immer aufgedruckt werden)
  • Diverse Verbandszeichen der einzelnen Bio-Verbände

Allem voran, wenn ein Biobauer die sogenannte Biobauernförderung erhält, sind regelmäßige Kontrollen durch den Agrarmarkt Austria (AMA) – in seiner Rolle als Förderungsabwicklungsstelle des Landwirtschaftsministeriums – unverzichtbar. Hierbei werden nicht nur die Produkte an sich geprüft, sondern die gesamte Bewirtschaftung und somit auch der Hof des Bauern selbst. Nur wenn diese Kontrollen erfolgreich absolviert werden, darf und muss ein Biobauer seine Produkte als Bio bezeichnen und den Aufdruck „aus biologischer Landwirtschaft“ verwenden. Zudem gilt das Biologo der Europäischen Union als verbindliche Kennzeichnung für Produkte aus biologischer Erzeugung.

Produkte und Erzeugnisse aus ökologischer Landwirtschaft müssen folgende Kennzeichnungen vorweisen:

  • Das Bio-Logo der Europäischen Union (EU-Bio-Logo)
  • Der Aufschrift „aus biologischer Landwirtschaft“
  • Die Kontrollstellenummer in Form von (Staat – BIO – Nummerierung Bundesland Sitz der Kontrollstelle – laufende Nummer)

Neben diesen allgemeinen und rechtlich verbindlichen Kennzeichnungen für Lebensmittel aus dem ökologischen Anbau können Biobauern zudem noch weitere Gütesiegel und Kennzeichnungen ausdrucken. So sind zum Beispiel Gütesiegel wie das AMA-Biozeichen, Siegel der Bio-Erzeuger oder Bio-Verbände möglich, aber auch die Kurzbezeichnung „BIO“. Nur Bio Produkte dürfen mit diesen Kennzeichnungen markiert werden und dienen somit für den Verbraucher als Qualitätshinweis, wie auch Nachweis für die umweltschonende und ökologisch korrekte Produktion der Erzeugnisse.

Weiterführende Links:

Was ist Bio? – Beitrag des Ministeriums für ein lebenswertes Österreich
Informationen der Bioforschung Österreich

Bio Lebensmittel – ein Trend mit vielen Vorteilen und Besonderheiten
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