Hanföl ist ein Pflanzenöl, das aus den Samen der Hanfpflanze, besser bekannt als Cannabis, hergestellt wird. Es darf nicht mit verschiedenen anderen Produkten der Pflanze verwechselt werden. Wir stellen die Unterschiede vor und schildern, wie das Speiseöl aus den Hanfkörnern gewonnen wird.

Hanföl ist ein Speiseöl

Es handelt sich hierbei um ein Speiseöl, das nicht mit ätherischem Hanföl oder dem Haschischöl verwechselt werden darf. Erstgenanntes wird aus destillierten Blättern und Blüten der Cannabis-Pflanze gewonnen, das Haschischöl ist ein ölartiger, stark THC-haltiger Harzextrakt.

Das reine Hanfsamenöl sollte hingegen in keiner Küche fehlen, da es unter anderem viele verschiedene gesunde Nährstoffe enthält. THC, was beim Cannabis-Konsum zu dem berauschenden Effekt führt, fehlt hingegen komplett. Es tritt also keine berauschende Wirkung ein.

So wird Hanföl hergestellt

Die Herstellung von Hanföl ist vergleichbar mit der vieler anderer Speiseöle. Die Hanfsamen müssen zunächst geschält werden. Die Schale ist relativ fest, um den Samen vor Umwelteinflüssen zu schützen. Daher ist der Vorgang des Schälens recht mühsam, erfolgt aber in der Regel maschinell.

Danach werden die Samen in speziellen Ölmühlen gepresst. Es sollte die Kaltpressung zum Einsatz kommen, damit die vielen wertvollen Inhaltsstoffe der Hanfsamen nicht verloren gehen. Es ist wichtig, dass die Samen nicht zu stark erhitzt werden. Für eine Kaltpressung sind Temperaturen zwischen 40 °C und 60 °C ideal. Durch die Pressung wird die enthaltene Flüssigkeit aus den Samen gepresst, es entsteht Hanfsamenöl.

Die Öl-Gewinnbarkeit, also die Ergiebigkeit, liegt bei ca. 30 bis 35 Prozent. Das bedeutet, dass aus 100 kg Hanfsamen am Ende ca. 30 bis 35 Liter Hanföl gewonnen werden kann. Oder anders ausgedrückt: Der Ölertrag liegt je nach genauem Ölgehalt bei 180 bis 350 Liter je Hektar Hanfanbau.

Neben dem wertvollen und nahrhaften Öl bleiben zudem Presslinge aus den trockenen Resten der Samen zurück. Diese können unter anderem als Futtermittel für Nutztiere eingesetzt werden. Alternativ ist auch eine Weiterverarbeitung zu Hanfmehl, einem weiteren wertvollen Nahrungsmittel, das aus der Hanfpflanze gewonnen werden kann, möglich.

CBD-Öl: mit Cannabidiol angereichertes Hanföl

CBD-Öl ist eine Mischung aus kaltgepressem Hanfsamenöl, das mit natürlichem CBD-Extrakt angereichert wird. CBD ist die Abkürzung für Cannabidiol. Hierbei handelt es sich um einen der Cannabinoiden, die in Cannabis enthalten sind. Dieser kann, wie unter anderem hanf-infos.at berichtet, nur aus dem weiblichen Hanf der Sorten cannabis sativa und cannabis indica gewonnen werden.

Das CBD-Extrakt kann durch verschiedene Methoden gewonnen werden, z. B. Alkoholextraktion oder CO2-Extraktion. Der Inhaltsstoff weist eine positive Wirkung auf das Nervensystem, die Verdauung sowie den gesamten Bewegungsapparat auf. Er wirkt vor allem auf die CB1-Rezeptoren im Gehirn und schützt sie vor Aktivation.

CBD-Öl wird häufig bei Schmerz-Patienten eingesetzt, um eine Linderung von Leiden zu erzielen. Hierzu zählen unter anderem chronische Schmerzen (z. B. Arthritis oder Multipler Sklerose). Erste Studien belegen, dass durch die Einnahme von CBD-Hanföl andere Schmerzmittel reduziert werden können. Zudem setzt kein Gewöhnungseffekt ein. Wichtig zu wissen ist, dass CBD keine psychoaktiven Wirkungen aufweist. Es macht also nicht „high“. Der Konsum von CBD-Hanföl in vielen Staaten der EU legal.