Fern der Stadt in der freien Natur arbeiten, umgeben einzig vom Wald und all seinen Pflanzen und tierischen Bewohnern. Wer gerne in der Natur ist, umweltbewusst ist und zudem über ein fundiertes handwerkliches Geschick und technisches Verständnis verfügt, der könnte im Berufsbild des Forstwirt seine oder ihre ganz persönliche berufliche Passion finden. Denn der Forstwirt oder auch Forstwart oder Forstfacharbeiter ist ein hochqualifizierter und vielseitig ausgebildeter Mitarbeiter im Bereich der modernen Forstwirtschaft, dessen tägliches Brot es ist all die vielen anfallenden Arbeiten im und für den Wald auszuführen und somit dazu beizutragen, dass der Wirtschaftsfaktor Wald gesund und nachhaltig bestehen bleiben kann.

Was ist ein Forstwirt?

Mit der Berufsbezeichnung Forstwirt, Forstwart oder Forstfacharbeiter wird ein Beruf bezeichnet, der im Volksmund gerne mit der Bezeichnung Förster versehen wird und der grundsätzlich einen hoch qualifizierten und vielseitig ausgelegten Ausbildungsberuf im Bereich der modernen Forstwirtschaft bezeichnet. Ein Forstwirt ist eine hoch qualifizierte und vielseitig ausgebildete Fachkraft im Forstwesen, deren berufliche Tätigkeit auf alle anfallenden Aufgaben im Zuge der Waldarbeit bezogen ist und die somit von der Begrünung bis hin zur sogenannten Holzernte alle anfallenden Arbeiten in einem forstwirtschaftlichen Betrieb erfüllt.

Der Beruf des Forstwirts:

  • Bezieht sich auf die Tätigkeit einer hochqualifizierten Fachkraft im Forstwesen.
  • Ist ein staatlich anerkannter Ausbildungsberuf mit Facharbeiterabschluss.
  • Ist ein traditioneller Beruf im Bereich der Landwirtschaft, Forstwirtschaft oder dem Agrarwesen.

Die Berufsbezeichnung Forstwirt oder Forstwirtin steht somit für einen körperlich als Schwerstarbeit einzustufenden Beruf im Bereich der Land- und Forstwirtschaft sowie dem Agrarwesen, dessen Tätigkeitsschwerpunkt auf der nachhaltigen Bewirtschaftung eines Waldbestandes ist und der im Volksmund mit der Bezeichnung Förster oder Försterin bekannt ist.

Tätigkeitsbeschreibung – Die Aufgaben eines Forstwirts im Überblick

Forstarbeiter beim Baumfällen

Forstwirte haben viele Aufgaben im Wald, mitunter müssen sie Bäume fällen.
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Die berufliche Tätigkeit eines Forstwirts ist grundsätzlich keine leichte. Denn die schwere Arbeit im Wald erfordert nicht nur ein sehr vielseitiges Fachwissen, sondern auch Kraft und Ausdauer. Immerhin gilt es für den Forstwirt, den Waldbestand zu betreuen und hierbei alle nötigen Aufgaben zu erfüllen, die eine nachhaltige und moderne Forstwirtschaft erfordern. Forstwirte beschäftigen sich daher im beruflichen Alltag mit den unterschiedlichsten Tätigkeiten, die grundsätzlich drei primären Aufgabenbereichen zugeschrieben werden können. Diese sind:

  • Die Erhaltung des Waldes.
  • Der Pflege des Waldes.
  • Der wirtschaftlichen Nutzung des Waldes.

Im beruflichen Alltag leisten Forstwirte anerkannte Schwerstarbeit, denn ob es nun um die Erhaltung, die Pflege oder aber die wirtschaftliche Nutzung des Waldbestandes geht, der berufliche Alltag eines Forstwirtes ist mit harter körperlicher Arbeit verbunden und im Falle einer sogenannten motormanuellen Tätigkeit (zum Beispiel beim Fällen von Bäumen) mit dem Energieumsatz eines Hochleistungssportlers vergleichbar. Denn es ist nicht nur die sogenannte Holzernte, die einen hohen körperlichen Einsatz des Forstwirts erfordert, sondern auch die alltägliche Arbeit zu der mitunter folgende Aufgabenbereiche gehören können:

  • Die Begründen, Verjüngen und Aufforstung der Waldbestände
  • Das Erschließen und Pflegen von neuen wie auch bestehenden Waldbeständen.
  • Der Schutz der Waldbestände vor diversen schädlichen Einflüssen.
  • Die Instandhaltung und Erschließung von Forstwegen.
  • Die Einrichtung und Pflegen von Schutz- und Walderholungseinrichtungen
  • Die Führung von forstwirtschaftlichen Maschinen und Gerätschaften.
  • Die motormanuelle Holzernte (das Baum Fälle mit der Kettensäge und Fallkeilen)
  • Kooperative Zusammenarbeit mit Jägern (Mithilfe im Jagdbetrieb)
  • Die Schaffung, Pflege und Erhaltung von Biotopen im Zuge der Natur- und Landschaftspflege.

Man sieht, die Aufgaben eines Forstwirtes sind vielseitig und auf alle anfallenden Tätigkeiten in einem forstwirtschaftlichen Betrieb und / oder einem Waldbestand bezogen. Abhängig von der Art des Betriebs, der Größe des zu betreuenden Forstes sowie womöglich bestehender Sonderausbildungen und Qualifizierungen muss ein Forstwirt also fähig sein, alle im Wald anfallenden Tätigkeiten zur Erhaltung, Pflege und wirtschaftlichen Nutzung des Waldes zu erfüllen.

Beschäftigungsmöglichkeiten und Karrieremöglichkeiten

Ein Forstwirt arbeitet Tag für Tag im Wald, pflegt diesen und gewährleistet die bestmögliche wirtschaftliche Nutzung des Waldes. So zumindest ist es im Regelfall, denn unabhängig von womöglich absolvierten Weiterbildungen, stehen die meisten Forstwirte in Europa in einem direkten Beschäftigungsverhältnis mit einer privaten, unternehmerischen oder aber staatlichen Forstwirtschaft. Jedoch gibt es Unterschiede bezüglich der Dienstgeber wie auch Beschäftigungsverhältnisse. Allem voran in Österreich wie auch Deutschland ist es üblich, einen Forstwirt je nach Wissensstand, Weiterbildungslevel und natürlich vertraglich übertragenem Tätigkeitsbereich mit folgender Berufsbezeichnung einzustellen:

  • Forstmaschinenführer
  • Natur- und Landschaftspfleger
  • Forstwirtschaftsmeister
  • Forsttechniker
  • Ranger / Verwalter bzw. Verwaltungsmitarbeiter (Nationalpark)

Zudem gibt es weitere Berufsbezeichnungen, die an eine akademische Ausbildung im Bereich der Forstwissenschaft und einer damit verbundenen zwei-jährigen Praxis als Forstassistent und einer daran anschließenden Staatsprüfung für den höheren Forstdienst geknüpft sind. Ist dieser Ausbildungsverlauf erfolgt und die Staatsprüfung bestanden stehen folgende Berufsbezeichnungen offen:

  • Forstassessor
  • Assessor(in) des Forstdienstes
  • Forstreferendar

Grundsätzlich muss gesagt werden, dass Karrierechancen im höher gestellten Forstwesen oder aber die Betreuung sehr großflächiger Waldbestände (über 3.600 Hektar) ausschließlich diplomierten Forstwirten und nicht ausgebildeten (Lehrberuf) Forstwirten offenstehen. Ist also ein höher stehender Rang im Forstwesen gewünscht, ist das Studium der Forstwissenschaft sowie die damit einhergehende Staatsprüfung für den höheren Forstdienst unverzichtbar.

Verdienstaussichten und Durchschnittsgehalt

Auch im Bereich der Verdienstaussichten ist das Berufsbild des Forstwirtes durchaus von unterschiedlichen Faktoren beeinflusst. Grundsätzlich gilt, dass diplomierte Forstwirte ein höheres Durchschnittseinkommen erhalten, als ausgebildete Forstwirte und das zudem Aspekte wie das Land, die Region, der Dienstgeber sowie für Gehaltsberechnungen übliche Aspekte wie Berufserfahrung, Ausbildungsstand und Dienstalter Einfluss auf das Bruttogehalt nehmen.

Zudem wird das Einkommen eines Forstwirtes in Deutschland wie auch Österreich durch gesetzliche Bestimmungen (in Österreich zum Beispiel die entsprechenden Kollektivverträge, in Deutschland die Mindestlohnregelung) reguliert. Aktuell bezieht sich das durchschnittliche Bruttoeinkommen eines ausgebildeten Forstwirtes in Österreich je nach Region auf 2.200,00 bis 2.450,00 Euro. Dieser Richtwert ist zudem auf den in Deutschland aktuell üblichen Durchschnittsgehalt übertragbar und stellt somit zumindest für das Jahr 2017 einen authentischen und praxisnahen Durchschnittsbruttolohn für die Tätigkeit als Forstwirt oder Forstfacharbeiter dar.

Ausbildung und Berufseinstieg

Ausbildung

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Um als Forstwirt oder Forstwirtin beruflich tätig zu werden, bestehen grundsätzlich verschiedene Wege der Ausbildung um dieses Ziel zu erreichen. Die mit Abstand an häufigsten genutzte Form der Ausbildung ist die der klassischen Lehrausbildung im Zuge einer 3-jährigen Berufsausbildung, doch auch berufsbegleitende Weiterbildungen oder aber die akademische Ausbildung zum diplomierten Forstwirt können den Berufswunsch und somit die Tätigkeit als Forstwirt ermöglichen.

Die klassische Lehrausbildung im Forstbetrieb

Die klassische Ausbildung im Zuge einer Lehre im Forstbetrieb erfordert grundsätzlich keiner akademischen Eignungen in Form spezieller Schulabschlüsse oder Eignungstest. Da jedoch die Anzahl der jährlich zur Verfügung stehenden Lehrstellen für künftige Forstwirte durchaus weit unter der Anzahl der interessierten Anwärter liegt, empfiehlt es sich die eigenen Aussichten auf die Lehrstelle durch Praktika in forstwirtschaftlichen Betrieben und einen guten bis sehr guten Schulabschluss vorzuweisen.

Voraussetzungen für die Lehre:

  • Positiver Schulabschluss
  • Lehrstelle in einem zur Ausbildung zugelassenen Betrieb

Ist die Lehrstelle gefunden und hat die Ausbildung zum Forstwirt bekommen, steht dem Auszubildenden eine dreijährige praxisorientierte Berufsausbildung bevor, in der grundsätzlich die theoretische Ausbildung, im Zuge der Berufsschule und die praktische Ausbildung im Zuge der alltäglichen Arbeitsleistung im Lehrbetrieb erfolgt.

Je nach Region und Ausbildungsbetrieb erfolgt die theoretische Ausbildung in der Berufsschule durch einen Schultag je Woche oder aber komprimierte Berufsschulzeiten, die quartalsweise oder aber halbjährlich erfolgen können. Im Zuge der theoretischen Ausbildung werden dem angehenden Forstwirt Wissensgrundalgen in den Bereichen Holzernte und Holzvermessung, Holzkunde, waldbauliche Grundlagen, Standortskunde, Waldbau, Ökologie, Forstschutz, Wald Jagd und Wildtiere, Bauwesen, Mensch und Arbeit, Aufgaben und Bedeutung des Waldes, Forstrecht und forstliche Planung, Betriebsorganisation und Arbeitsrecht vermittelt und diese sozusagen begleitend in der praktischen Ausbildung im Lehrbetrieb vertieft. Der angehende Forstwirt erhält somit umfassende Fachkenntnis im Bezug auf die Forstwirtschaft und kann zudem im Zuge sogenannter überbetrieblicher Kurse weiterführendes Wissen aufbauen, um dieses im späteren Berufsalltag als Grundlage für spezielle Arbeitsbereiche zu nutzen.

Wie bei jeder klassischen Lehrausbildung muss sich der angehende Forstwirt / die angehende Forstwirtin regelmäßigen Wissensüberprüfungen unterziehen, sowie nach der Hälfte der Ausbildung eine erste Zwischenprüfung und am Ende der dreijährigen Berufsausbildung eine theoretische wie auch praktische Prüfung ablegen. Erst wenn die Zwischenprüfung wie auch die Endprüfung erfolgreich bestanden ist, gilt der Lehrling als ausgebildeter und staatlich geprüfter Forstwirt.

Akademische Ausbildungswege und deren Besonderheiten

Neben der klassischen Lehrausbildung zum Forstwirt stehen auch akademische Ausbildungswege offen, die selbstredend auch in einem sogenannte zweiten Bildungsweg beschritten werden können und eine Tätigkeit als Forstwirt im höheren Dienste oder aber (im Falle eines erfolgreich abgeschlossenen Studiums der Forstwissenschaft) als diplomierter Forstwirt ermöglichen.

Eine akademische Ausbildung ist möglich über:

  • Ein Studium der Forstwissenschaft.
  • Eine landwirtschaftliche Fachhochschule mit entsprechendem Ausbildungszweig.
  • Eine Handelsakademie mit land- und forstwirtschaftlichem Schwerpunkt.
  • Eine höhere Lehranstalt für Wein- und Obstbau
  • Soweit weiteren Fachhochschulen und Kollegs mit Ausbildungsschwerpunkt Land- und Forstwirtschaft.

Die Voraussetzungen für die akademische Ausbildung sind abhängig vom jeweiligen Ausbildungsort und der jeweiligen Ausbildungsart. Möglich sind hierbei Ausbildungen, die primär wie auch berufsbegleitend erfolgen und über eine Ausbildungsdauer von zwei bis fünf Jahre verfügen. Lehrinhalte, Abschlüsse und mögliche Berufsaussichten sind hierbei stark von der Art der Ausbildung wie auch dem Ausbildungsort abhängig und können zum Beispiel im Falle einer zweijährigen Fachschulausbildung durchaus trotz erhöhtem akademischen Anspruch mit einer klassischen Lehrausbildung vergleichbar sein.

Berufsaussichten – Was kommt nach der Ausbildung

Grundsätzlich muss gesagt werden, dass die Berufsaussichten für Forstwirte wie auch diplomierte Forstwirte überaus gut sind. Denn aufgrund eines seit Jahren anhaltenden Fachkräftemangels im Bereich der Forstwirtschaft finden ist die Nachfrage nach gut ausgebildeten Forstwirten trotz überschaubarer Waldbestände enorm. Besteht zudem die Bereitschaft einer Spezialisierung im Zuge einer Weiterbildung, steigen selbst für den „klassischen Forstarbeiter“ mit Lehrabschluss sehr gute Aufstiegsmöglichkeiten.

Weiterführende Informationen und Hinweise

Berufslexikon des österreichischen Arbeitsmarktservice – Forstwirt / Forstwirtin
Berufsinformationen der deutschen Bundesagentur für Arbeit – Forstwirt / Forstwirtin

Forstwirt(/in) – Berufsbild, Ausbildung und allgemeine Informationen
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