Nach schweren Stürmen wie auch nach rund fünfzig Jahren steht für viele Hausbesitzer eine wichtige Maßnahme an. Die Dachsanierung oder auch Dacherneuerung. Denn selbst wenn schwere Unwetter mit Hagel, Starkregen und Sturmböen einen Dachstuhl nicht beschädigen, muss dieser – abhängig von der Dach Art – alle fünfzig bis sechzig Jahre professionell erneuert werden. Worauf es dabei zu achten gilt, erfahren Sie jetzt!

Dachsanierung vs. Dacherneuerung| Was ist das und wo liegen die Unterschiede?

„Unser Dach ist nicht mehr dicht!“ Viele Hausbesitzer kennen diese bittere Erkenntnis und womöglich haben Sie gerade erst von schadhaften Stellen an Ihrem Dach erfahren. Undichte Stellen am Dachstuhl oder an den Dachziegeln sind ein fatales Indiz dafür, dass entweder die letzte Unwetterfront erheblichen Schaden an ihrem Dachstuhl verursacht hat oder dass ihr Dach schlicht weg schon so alt ist, dass die natürliche Abnutzung über die Jahre hinweg eine Erneuerung einzelner Dachsegmente oder gar eine umfassende Dachsanierung erfordern.

Doch was genau ist eine Dachsanierung und wie unterscheidet sich diese von der sogenannten Dacherneuerung? Nun grundsätzlich kann gesagt werden, dass beide Begriffe für umfassende Erneuerungsmaßnahmen an einem Dachstuhl stehen. Dennoch gibt es natürlich markante Unterschiede. Die Erneuerung des Daches meint die vollständige Abtragung und Neuschaffung eines Dachstuhls inklusive der Eindeckung. Die Dachsanierung hingegen steht für die Erneuerung einzelner Abschnitte eines Daches. Somit lassen sich beide Begriffe wie folgt anhand möglicher Maßnahmen unterscheiden:

DachsanierungDacherneuerung
Sanierung der DacheindeckungDie Erneuerung der Dacheindeckung
Die Sanierung der DachhautDie Erneuerung der Dachdämmung
Die Sanierung der DachdämmungDie Erneuerung des Dachstuhls inkl. Dacheindeckung und Dämmung
Die Prüfung / Wiederherstellung der Wind- und Luftdichtheit des Daches



So ähnlich die Dacherneuerung und die Dachsanierung also auch auf den ersten Blick hin also auch sein mögen, es gibt maßgebliche Unterschiede zwischen beiden Maßnahmen. Anders sieht es da bei den Gründen für die Maßnahmen aus. Denn zu den häufigsten Ursachen für Dachsanierungen wie auch Dacherneuerungen zählen mitunter:

  • Folgen schwerer Unwetter
  • Pilz- und Insektenbefall
  • Morsche oder feuchte Holzstellen am Dachstuhl
  • Sowie die altersbedingte Abnutzung / Abnahme der Materialqualität

Arbeiten am Dach, sind somit meist dann nötig, wenn entweder nach schweren Unwettern mit Starkregen, Hagel oder enormen Sturmböen Schäden am Dach bemerkt werden, oder aber wenn das Dach schlicht weg ein gewisses Alter (in der Regel +50 Jahre) erreicht hat und die Qualität der verbauten Materialien daher altersbedingt nach und nach schwindet. Doch unabhängig davon, ob es nun ein Unwetterschaden am Dach ist oder schlicht weg eine schwindende Materialqualität, bemerkt man die Problematik früh genug, kann eine teure Dacherneuerung mittels einer fundierten Dachsanierung vermieden werden und weil diese Sanierung des Daches nachweislich günstiger ist, ist es wenig verwunderlich, dass die meisten Hausbesitzer diese Form der Wiederherstellung des Daches bevorzugen.

Sanierung des Dachstuhls | Welche Arten von Dachsanierungen gibt es?

Sanierung der Dacheindeckung

Für jede Dachform gibt es unterschiedliche Sanierungsmaßnahmen.
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Ist ein Dach nicht mehr dicht oder verliert das Material des Dachstuhls oder der Dacheindeckung aufgrund vorangeschrittenen Alters an Festigkeit, gilt es diese Problematik im Zuge einer Dachsanierung zu beheben. Doch Dachsanierung ist nicht gleich Dachsanierung. Grundsätzlich unterscheidet man diese Art von Sanierungsmaßnahmen nach jenem Teil des Dachstuhls, der im Zuge der Sanierung repariert wird. Aus diesem Grund werden Sanierungsmaßnahmen am Dach wie folgt unterteilt:

  • Die Sanierung der Dachdämmung
  • Die Sanierung der Dacheindeckung
  • Die Sanierung der Dachhaut inkl. der Lattung
  • Die Wiederherstellung der Wind- und Luftdichtheit

Grundsätzlich kann gesagt werden, dass bei frühzeitiger Erkennung von Mängeln und Schäden am Dach, die nötigen Sanierungsmaßnahmen überschaubar bleiben können. Haben sich einzelne Dachziegel gelöst und wurde diese Problematik frühzeitig erkannt, braucht es grundsätzlich lediglich eine Sanierung der Dacheindeckung. Besteht das Problem jedoch schon längere Zeit und konnte daher Feuchtigkeit durch die Dachhaut vordringen und die Lattung oder gar den gesamten Dachstuhl durchziehen, braucht es in der Regel, eine umfassende Dachsanierung die dann nicht selten alle vier Arten von Dachsanierungsmethoden umfasst.

Für jede Dachart gibt es passende Sanierungstechniken!
Ob Kegeldach oder Flachdach, ob Wellplatten oder Kunststoffpfannen als Eindeckung. Jeder Dachtypus besticht durch seine ganz eigenen Besonderheiten und somit gibt es für alle Arten von Dächern, besondere Sanierungstechniken, die an die Besonderheiten des Dachs angepasst sind und somit ein optimales Ergebnis gewährleisten.

Neben der klassischen Sanierung von schadhaften Dachstellen gibt es natürlich auch noch die Sanierung aus Modernisierungsgründen. Diese Sanierungsart findet man allem voran im Bereich der sogenannten energetischen Dachsanierung, deren Ziel es ist den Energieverbrauch des Hauses zu optimieren. Allem voran in den vergangenen Jahren wusch die Beliebtheit dieser Form der Dachsanierung – nicht zuletzt aufgrund der großzügigen Fördermöglichkeiten für derartige Sanierungen – nachweislich enorm an. Denn die energetische Sanierung eines Hauses und somit auch des Daches bietet zahlreiche Vorteile und ist zudem eine sehr gute Gelegenheit, alte Dachstühle oder Dacheindeckungen an die modernen Standards von heute anzupassen.

Dachsanierung | Wie, von wem und worauf muss geachtet werden?

Planung der Dachsanierung

Bei einer Dachsanierung gibt es viele wichtige Details zu beachten!
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Jahr für Jahr werden Tausende von Dächern in Österreich, Deutschland und natürlich auch der Schweiz saniert und somit wieder wetter- und witterungsbeständig gemacht. Doch was wie eine absolut alltägliche Maßnahme zur Erhaltung der Wohnqualität anmutet, will gut durchdacht und kalkuliert und professionell geplant und durchgeführt werden. Doch wie genau läuft so eine Dachsanierung ab, wer führt sie aus und worauf gilt es in den verschiedenen Stadien der Arbeiten zu achten?

Phase #1 | Die Vorbereitung der Sanierungsmaßnahmen

Vor einer Dachsanierung steht natürlich zu aller erst einmal die Abklärung und Planung der nötigen Maßnahmen an. Damit diese überhaupt möglich ist, gilt es zunächst einen sogenannten Dachcheck von einem professionellen Dienstleister (Dachdecker) durchführen zu lassen. Immerhin kann keine Sanierung erfolgen, wenn man nicht genau weiß, welche Bestandteile des Dachs saniert werden müssen.

Im Zuge des Dachchecks werden alle relevanten Abschnitte des Dachs einer genauen Begutachtung unterzogen. Zumeist beginnt diese Begutachtung am Dachstuhl und erstreckt sich dann über die Dämmung bis hin zur Eindeckung. Es wird also überprüft, ob die Dachbalken bzw. die Lattung in einem guten Zustand sind, weder Pilz- noch Schädlingsbefall am Holz vorliegt und ob das Holz stabil und nicht morsch oder von Feuchtigkeit durchzogen ist. Auch bei der Dämmung wird darauf geachtet, dass diese unbeschädigt ist und nach wie vor eine ausreichende Luft-Wärme-Regulierung ermöglicht. Zu guter Letzt werden dann die sogenannte Dachhaut sowie die Eindeckung des Daches überprüft, um lecke Stellen, fehlende Schindeln oder beschädigte Stelle an den Dachplatten oder Dachziegeln auszumachen. Kurz um, alle möglichen Schäden und Schadstellen werden ermittelt und protokolliert.

Anhand des so erstellten Mängelprotokolls wird im Anschluss ein Maßnahmenkatalog erstellt, der all jene Maßnahmen enthält, die zur Behebung aller gefundenen Schäden und Mängel nötig sind und die durch den – in der Regel beiliegenden – Kostenvoranschlag direkt in klaren Zahlen beziffert werden. So weiß der Hausbesitzer am Ende des Dachchecks nicht nur, welche Stellen schadhaft sind, sondern direkt auch gleich welche Maßnahmen nötig sind, um die Schäden zu beheben und welche Kosten diese Maßnahmen erzeugen werden.

Phase #2 | Die Planung der Dachsanierung

Weiß man erst einmal, welche Mängel am Dach bestehen und was nötig ist, um diese Mängel zu beheben, gilt es die Dachsanierung zu planen. Da eine Sanierung des Dachs nicht einfach in Eigenregie durchgeführt werden kann, gilt es im ersten Schritt der Planung also einen geeigneten Dachdecker für die Sanierung zu finden. Oftmals ist dies natürlich jener Betrieb, der schon den Dachcheck durchgeführt hat. Doch … ein Vergleich kann mit einem erheblichen Einsparpotenzial verbunden sein. Es lohnt sich also von unterschiedlichen Betrieben einen Kostenvoranschlag einzuholen. Doch achten Sie nicht nur auf die veranschlagten Kosten, sondern darüber hinaus auch darauf, dass der Betrieb Erfahrung im Bereich der Dachsanierung hat und die nötigen Aufgaben somit routiniert und professionell ausführen kann.

Sobald dann ein Betrieb gefunden ist und ein verbindlicher Kostenvoranschlag vorliegt, gilt es die Finanzierung der Sanierungskosten in Angriff zu nehmen. Hier ist es natürlich immer eine Frage des Umfangs, wie hoch diese Kosten sind. Grundsätzlich kann gesagt werden, dass eine Generalsanierung eines Daches mit einer Fläche von 100 Quadratmetern mit rund 30.000,00 Euro beziffert werden kann. Derartig hohe Kosten erfordern nicht selten eine Finanzierung mittels Kredit, für welche der verbindliche Kostenvoranschlag unverzichtbar ist. Doch darüber hinaus sollten Sie die Möglichkeit einer Förderung nicht vergessen. Denn es gibt unterschiedliche Förderungen, die für die Sanierung eines Daches beantragt werden könnten. Mitunter könnten folgende Förderungen für Ihre Dachsanierung potenziell beantragt werden:

  • Wohnbauförderung
  • Förderung zur Erhaltung von Gebäuden.
  • Förderung zur Modernisierung von Gebäuden.
  • Förderungen im Bereich der energetischen Modernisierungen.

Welche Förderungen in Ihrem Bundesland konkret für eine Dachsanierung nutzbar wären, können sie im Übrigen nicht nur bei der zuständigen Landesregierung erfragen, sondern auch bei einem sogenannten Energieberater und natürlich auch bei ihrem Bankberater, der im Übrigen im Zuge eines Kreditantrages ohnehin die Möglichkeit der Bunde- oder Landesfördermittel mit Ihnen besprechen wird.

Phase #3 | Die eigentliche Sanierung

Sobald alle finanziellen Fragen geklärt sind und gegebenenfalls die Förderung beantragt wurde, kann es dann auch endlich mit der Sanierung losgehen. Früher wurden Dachsanierungen grundsätzlich nur in der warmen Sommerzeit (von Mai bis September) durchgeführt. Doch in der heutigen Zeit gibt es durchaus auch Dachdecker, die eine Sanierung in der kalten Jahreszeit durchführen und für so manche Sanierungsmaßnahme sind die Außentemperaturen an sich gar nicht so entscheidend. Wird zum Beispiel die Dämmung des Dachstuhls saniert, so kann dies grundsätzlich ganzjährig erfolgen.

Unser Rat an Sie ist … lassen Sie sich von ihrem Dachdecker beraten, wann der beste Zeitpunkt für die nötigen Sanierungsmaßnahmen ist und vergessen Sie bei dieser Terminabsprache auch nicht die Frage nach der Dauer der Sanierung. Stimmen Sie sich terminlich ab und versuchen Sie während der Sanierungsarbeiten zumindest teilweise anwesend zu sein. Denn so können Sie bereits während der Arbeiten überprüfen, ob die Sanierung absprachegerecht erfolgt. Sobald alle Arbeiten abgeschlossen wurden, sollten sie mit ihrem Dachdecker die Ergebnisse der Sanierung besprechen und überprüfen, ob alle Arbeiten ordnungsgemäß ausgeführt wurden. Hierzu gehört im Übrigen auch die fachgemäße Entsorgung von Bauschutt oder zum Beispiel der alten Dacheindeckung, die gegebenenfalls sogar besondere Entsorgungsmaßnahmen erfordert.

Fazit | Die Sanierung des Dachs – Eine Investition ins Eigenheim, die sich langfristig in jedem Fall auszahlen wird!

Energieeffizientes Haus

Die Sanierung des Dachs bietet viele langfristige Vorteile!
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Ganz gleich warum Sie sich für eine Dachsanierung entschieden haben. Ob nun eine Unwetterfront ihr Dach beschädigt hat oder ob die Sanierung aus Gründen der Energieeffizienz oder Erhaltung des Gebäudes nötig war. Die Dachsanierung ist eine Investition ins Eigenheim, die sich zumindest langfristig in jedem Fall auszahlen wird. Denn eine Sanierung schafft einen modernen Standard, der allem voran im Bereich der Energieeffizienz spürbare Vorteile mit sich bringen wird. Abhängig von Dachtyp und Sanierungskonzept können spürbare Einsparungen im Energieverbrauch durch die Sanierung erzielt werden und das rechnet sich schließlich Jahr für Jahr bei den Energiekosten in barer Münze.

Doch auch hinsichtlich der Erhaltung und Wertsteigerung der eigenen Immobilie birgt eine Sanierung des Dachs nachweislich enorme Vorteile. Ein generalsaniertes Dach, steigert den Wert der Immobilie nachweislich und bedenkt man, dass ein Dach bis zu 60 Jahre unverändert bestehen kann, sind die Kosten der Sanierung gar nicht mehr so hoch, wie sie auf den ersten Blick wirken. Kurz um, die Sanierung lohnt sich, zumindest wenn sie hochwertig und professionell ausgeführt wird. Achten Sie daher auf seriöse Dienstleister und ein Sanierungskonzept, dass den modernen Standards entspricht!