Das Heizen mit Holz. Über einige Jahrzehnte hinweg, galt es als nicht mehr zeitgemäß. Doch stetig steigende Energiekosten für Heizstoffe wie Erdöl und Erdgas führten in den vergangenen rund zehn Jahren dazu, dass sich erneut eine Trendwende vollzog und das Heizen mit Holz wieder modern wurde. Grund hierfür sind nicht allein die vergleichsweise beständigen Kosten für Brennholz, sondern auch der sogenannte Brennwert von Holz, der – je nach Holzart und Beschaffenheit des Brennholzes – durchaus enorme Vorteile gegenüber anderen Heizstoffen zu bieten hat. Doch was ist eigentlich der Brennwert von Holz und welche Rückschlüsse können anhand dieses Indikators für die Heizleistung von Holz gezogen werden?

Wofür steht die Bezeichnung Brennwert?

Heizwert von Holz

Der Brennwert steht für die Wärmeleistung von Feuerholz.
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Wird das natürliche Material Holz zum Heizen herangezogen, ist es unausweichlich sich mit dem sogenannten Brennwert des genutzten Holzes zu beschäftigen. Denn dieser Begriff bezeichnet die wohl wichtigste Eigenschaft des Brennholzes, nämlich die zu erwartende maximale Wärmeentwicklung im Zuge des Verbrennungsprozesses im Ofen. Der Brennwert von Holz definiert somit die Energieleistung, die im Zuge des Heizprozesses erzeugt wird und steht somit für:

  • Die maximale Wärmeleistung des Brennholzes.
  • Einen theoretischen Wert der Wärmeentwicklung unter Laborbedingungen.
  • Einen Wert, der mit einem Abschlag von 10-15% die zu erwartende Wärmeleistung ergibt.
  • Ein Wert, der einen Energiekostenvergleich mit anderen Heizstoffen ermöglicht.

Grundsätzlich muss gesagt werden, dass die Berechnung des sogenannten Brennwertes eher theoretischer Natur ist. Denn im Zuge der Berechnung werden Aspekte wie die tatsächliche Dichte des Holzes oder aber dessen Feuchtigkeitsgehalt nicht berücksichtig. Es werden einzig Unterscheidungen zwischen feuchtem Holz und sogenanntem Laubholz (also bereits ausreichend getrocknetem Holz) getätigt. Der Brennwert stellt somit im Gegensatz zum sogenannten Heizwert keinen tatsächlichen Leistungswert dar, sondern zeichnet vielmehr die maximal mögliche Wärmeleistung einer bestimmten Holzart dar.

Um die tatsächlich zu erwartende Wärmeleistung eines Holzes zu ermitteln, bedarf es also noch einer Anpassung des Brennwertes der Holzart, die in der Regel mit einem Abschlag von rund 10 bis 15 % vom Brennwert erzielt wird und somit den sogenannten Heizwert ergibt.

Wie wird der Heizwert von Brennholz berechnet?

Um die tatsächliche Wärmeentwicklung von Holz im Zuge der Verbrennung ermitteln zu können, gilt es nicht den Brennwert des verwendeten Holzes zu beachten, sondern den sogenannten Heizwert zu ermitteln. Diese Berechnung des Heizwertes (also der tatsächlichen Wärmeentwicklung im Zuge des Verbrennungsprozesses) erfolgt anhand einer klar definierter Berechnungsgrundlagen, die auf grundsätzlich auf folgenden Variablen basiert:

  • Der im Holz enthaltenen absoluten Trockenmasse
  • Der prozentualen Verdampfungswärme des Wasseranteils

Der Brennwert einer Holzart wird grundsätzlich immer nach gleichen Kriterien und einer klar definierten Berechnungsgrundlage ermittelt. Die Ausgangslage der Berechnung ist hierbei der sogenannte Brennwert der absoluten Trockenmasse, der abzüglich der zu erwartenden Verdampfungswärme basierend auf dem Wasseranteil des Holzes den eigentlichen Heizwert ergibt.

Hier ein Berechnungsbeispiel für den Heizwert von 1 Kg Brennholz mit einem Wassergehalt von 20 % zum leichteren Verständnis:

80% * 5,2 kWh20% * 0,63 kWh=4,03 kWh
Heizwert der absoluten TrockenmasseminusVerdampfungswärme des WasseranteilsergibtHeizwert


Anhand dieser Berechnung zeigt sich, dass der ursprüngliche Brennwert des Brennholzes bei 5,2 kWh lag. Durch die im Zuge der Verbrennung eingetretene Verdampfung des im Holz enthaltenen Wasser reduzierte sich jedoch die tatsächliche Heizleistung auf 4,03 kWh.

Welche Faktoren beeinflussen den Heiz- oder Brennwert von Holz?

Kamin mit Holz im Weidekorb

Der Brennwert von Feuerholz kann durchaus positiv wie auch negativ beeinflusst werden.
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Die Unterschiede zwischen Brennwert und Heizwert von Holz sind im optimalen Fall geringfügig und somit im Heizalltag kaum spürbar. Dennoch gibt es Faktoren die die Wertigkeit von Brennholz positiv wie auch negativ zu beeinflussen wissen. Allem voran wenn Holz falsch gelagert wird oder aber grundsätzlich keine gute Heizqualität vorweist kann der Unterschied zwischen beiden Werten jedoch nicht nur sichtbar, sondern auch finanziell spürbar werden. Entsprechend wichtig ist es zu wissen welche Faktoren die Heiz- wie auch Brennwerte von Holz beeinflussen können.

Die Holzart zählt zu den wichtigsten Faktoren bezüglich der Brenn- wie auch Heizleistung von Holz. Denn abhängig von der chemischen Zusammensetzung des Holzes kann dieses über einen grundsätzlich höheren oder niedrigeren Brennwert verfügen. Nadelhölzer verfügen zum Beispiel aufgrund der erhöhten Harzmenge im Holz über einen höheren Brennwert als Laubholz.

Die Holzdichte und Feuchtigkeit sind ebenfalls wichtige Faktoren für den Brennwert von Holz. Grundsätzlich gilt, dass je höher der Feuchtigkeitsanteil im Holz ist, umso niedriger ist der Brenn- wie auch Heizwert des Holzes. Grund hierfür ist die im Zuge der Verbrennung verdampfende Feuchtigkeit, die nicht in Wärmeenergie umgewandelt werden kann. Daher gilt, je trockener das Holz ist, umso besser eignet es sich als Heizmaterial.

Zu guter Letzt beeinflussen Fremdstoffe wie Farben, Lacke und ähnliches die Brenn- und Heizwerte von Holz. Wird zum Beispiel mit Lacken behandeltes Holz verbrannt, so verändern diese Fremdstoffe aufgrund ihrer chemischen Zusammensetzung die Brenneigenschaften des Holzes. In den meisten Fällen kommt es hierdurch zu einer unregelmäßigen Verbrennung, die letztlich in einer reduzierten Heizleistung mündet. Aus diesem Grund sollten alle Fremdstoffe aus dem Holz entfernt werden, um einen bestmöglichen Brenn- wie auch Heizwert zu ermöglichen!

Welche Holzart verfügt über den besten Brennwert / Heizwert?

Holzarten

Unterschiedliche Holzarten verfügen über einen unterschiedlichen Brennwert
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Grundsätzlich kann gesagt werden, dass Hölzer mit einem hohen Brennwert für das Heizen in jedem Fall vorteilhaft sind, denn sie verfügen aufgrund ihres hohen Brenn- und somit Heizwert über eine bestmögliche Energieleistung und führen somit zu einem geringeren Verbrauch an Heizmaterial, als Hölzer mit einem vergleichsweisen oder deutlich geringeren Brennwert.

Um Ihnen die Auswahl passender Holzarten ein wenig zu erleichtern, haben wir abschließend für sie eine Übersicht der bekanntesten und beliebtesten Brennhölzer inklusive deren Brennwert und der ersetzende Menge an Heizöl für sie zusammengestellt. Bitte beachten sie hierbei, dass die Angaben nach besten Wissen und Gewissen jedoch ohne Gewähr aufbereitet wurden.

Übersicht der Brennwerte verschiedenster Holzarten

HolzartBrennwert je RaummeterBrennwert je KilogrammZu ersetzende Menge Heizöl in Liter
Ahorn19004,1190
Buche21004,0210
Birke19004,3190
Douglasie17004,4170
Eiche21004,2210
Esche21004,1210
Erle15004,1150
Fichte15004,5150
Hackschnitzel9004,090
Holzpellets 4,9
Kastanie20004,2200
Kirsche18004,3180
Kiefer17004,4170
Lärche17004,4170
Linde15004,2150
Pappel12004,1120
Platane19004,2190
Robinie21004,1210
Tanne1444,4140
Ulme19004,1190
Weide14004,1140



Brennwert von Holz – Welche Holzart bietet den besten Brennwert?
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